Felsen stürzten in Klamm auf Wanderer: 50-Jährige und 21-Jährige getötet

In der steirischen Bärenschutzklamm wurden mehrere Wanderer, die gerade entlang der mit Holzleitern und Brücken bestückten Route unterwegs waren, von Felsen getroffen. Mehrere Hubschrauber waren im Einsatz.

Die Bärenschützklamm bei Mixnitz auf einem undatierten Archivbild.
© APA/Suznevix

Pernegg – Bei einem Felssturz in der Bärenschützklamm bei Mixnitz nördlich von Graz sind am Mittwoch eine 50-jährige Frau aus Ungarn und eine 21-Jährige aus dem Bezirk Graz-Umgebung getötet worden. Die Gesteinsbrocken hatten gegen 12 Uhr einen Wandersteig und dort angebrachte Treppenleitern aus Holz zerstört. Sieben Personen erlitten leichte, eine Person schwere Verletzungen, wie die Polizei mitteilte.

Mehrere Hubschrauber waren im Einsatz.
© APA/Schüller

Das Felsstück war um die Mittagszeit abgebrochen. Dabei wurden mehrere Wanderer von Felsteilen getroffen. Die Alarmierung der Einsatzkräfte gestaltete sich schwierig, da in der engen Schlucht kein Handyempfang herrscht. Zwei Rettungshelikopter des ÖAMTC, C12 und der C17, sowie ein Polizei- und ein Bundesheer-Hubschrauber flogen Verletzte per Seilbergung aus bzw. Retter und Material ein. Die beiden ums Leben gekommenen Frauen wurden von der Polizei-"Libelle" aus der schwer zugänglichen Klamm geborgen.

Die Bergrettung der Ortsstelle Mixnitz führte die Rettung der acht Verletzten durch. Diese wurden zum Eingang der Klamm gebracht, dort vom Rettungsdienst bzw. Rettungshubschraubern übernommen und in Krankenhäuser eingeliefert. Die genauen Identitäten und Nationalitäten der verletzten Personen war noch Gegenstand der Ermittlungen. Es dürfte sich aber zum Teil um Österreicher und Ungarn handeln.

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Die vom Mixnitzbach durchflossene Bärenschützklamm ist extrem unzugänglich, Retter und Material mussten durch steile Felswände abgeseilt werden oder von Mixnitz aus wenigstens eine Stunde lang aufsteigen, um zur Unglücksstelle zu gelangen. Im Einsatz standen die Bergrettung, das Rote Kreuz, die Alpinpolizei und das Bundesheer. Die Rettungskräfte mussten auch den eiskalten Mixnitzbach mit Hilfe einer Canyoning-Rettungsgruppe aus der Obersteiermark absuchen, da sich dort eventuell weitere Opfer befinden könnten. Der Mixnitzbach in der Klamm birgt zahlreiche Wirbel und vom Wasser ausgeschürfte Bereiche, dazu Spalten und Schlünde. Die Canyoning-Gruppe und deren Material wurde vom Bundesheer eingeflogen.

Unglück geschah bei "Foto-Stelle"

Die Besucher sind gerade auf einem Brückchen – von dem man die Klamm besser überblicken kann – gestanden, als der Felsbrocken oberhalb abbrach. Die Stelle befindet sich oberhalb des ersten Wasserfalls. Es seien zehn Personen gewesen, schilderte der Landesleiter der Bergrettung, Michael Miggitsch, der APA.

Es handelt sich dabei um ein Stück des künstlichen Klammweges, in den man hineingehen kann, von dem es aber kein Weitergehen gibt, eine Art "Foto-Stelle". Laut Miggitsch ist das Geländer des Klammweges an einigen Stellen zerborsten, aber kein Teil des Weges durchgeschlagen oder eingestürzt. Er habe den Eindruck gehabt, dass der Fels noch einmal aufgeschlagen und zerborsten war, allerdings sei er kein Fachmann, sagte der Landesstellenleiter.

Die Retter seien mit Hubschraubern und mit Feuerwehrfahrzeugen zur Unglücksstelle gelangt. Von Mixnitz führt ein Fußmarsch von etwa einer Stunde auf einem teils steilen Karrenweg bis zum kleinen Häuschen, wo die Eintrittsgebühr für die Klamm kassiert wird. "Bis dahin hat die Feuerwehr für die Rettungskräfte einen Shuttledienst eingerichtet, auch die Hubschrauber haben Shuttledienste geflogen", sagte Miggitsch. Vom Häuschen - dem Eingang zur Klamm - sei es nicht mehr sehr weit zur Unglücksstelle gewesen.

Die Canyoning-Gruppe der Bergrettung aus der Obersteiermark habe noch den Mixnitzbach abgesucht. "In einem Kehrwasser ist ein Rucksack geschwommen, deshalb stand zu befürchten, dass eventuell jemand in den Bach gestürzt ist", sagte Miggitsch. Die Suche ergab aber nichts. Die Bergungsaktion war mit den späten Nachmittagsstunden beendet. Die Klamm war bis auf weiteres gesperrt.

Klamm bis auf weiteres gesperrt

Die Bärenschützklamm ist bis auf weiteres für Besucher und Wanderer gesperrt. Die Alpinpolizei Bruck-Mürzzuschlag führt noch weitere Erhebungen betreffend des Unfallhergangs durch.

Die Bärenschützklamm ist eine wasserführende Klamm, in der über 164 Leitern ein Höhenunterschied von etwa 350 Metern zwischen 750 Metern und rund 1100 Metern Seehöhe überwunden wird. Ausgangspunkt ist Mixnitz im Gemeindegebiet von Pernegg (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag), die Klamm führt u.a. zur Wallfahrtskirche Schüsserlbrunn, zur Almwirtschaft "Zum guten Hirten", auf den Hochlantsch (1720 Meter Seehöhe) oder in Richtung Teichalm. (APA, TT.com)

Zwei Menschen wurden in der Klamm getötet.
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