Miliz bekommt neue Fahrzeuge und Schutzausrüstung

Verteidigungsministerin Tanner hat ein Investitionspaket in Höhe von 200 Mio. Euro präsentiert. Die letzten Wochen und Monate hätten gezeigt, wie wichtig eine starke Miliz sei.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) und Generalmajor Erwin Hameseder.
© ROLAND SCHLAGER

Wien – Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) hat gemeinsam mit dem Milizbeauftragten Erwin Hameseder am Donnerstag ein Investitionspaket für die Miliz in Höhe von 200 Mio. Euro für dieses und die kommenden zwei Jahre präsentiert. Sie erklärte zudem bei dieser Pressekonferenz, dass die unter ihrem Vorgänger Mario Kunasek (FPÖ) geplante Nachbeschaffung leichter Mehrzweckhubschrauber auf Schiene sei.

Die letzten Wochen und Monate in der Coronakrise hätten gezeigt, wie wichtig eine starke Miliz sei. Ohne die Milizsoldaten wären die zahlreichen Einsätze des Bundesheeres nicht möglich gewesen. Aber „es ist nicht alles zu 100 Prozent rund gelaufen". Deswegen habe man beschlossen, den Milizeinsatz zu evaluieren. Die Anliegen der Soldaten seien dabei sehr zahlreich gewesen, von der Bezahlung über die persönliche Schutzausrüstung bis zur Mobilität.

📽 Video | Tanner will Miliz stärken und stellt sich Misstrauensantrag:

Tanner kündigte zunächst eine Regierungsvorlage an, mit der die derzeit sehr unterschiedliche Besoldung der Soldaten im Einsatz ausgeglichen werden soll. Verbesserungen soll es auch bei der Ausbildung von Miliz-Unteroffizieren geben. Mit dem angekündigten Milizpaket soll in Fahrzeugen, Schutzausrüstung, Infrastruktur und Nachtsicht investiert werden.

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Konkret werden für 26 Mio. Euro Funktionsfahrzeuge und für 88 Mio. Euro Ausrüstung für die Soldaten angeschafft, darunter ein Tarnanzug, eine 3D-Nachtsichtbrille, Kampfhelme, Schutzwesten sowie Headsets und Gehörschutz. Auf der Einkaufsliste stehen auch modernisierte Sturmgewehre StG7 und Scharfschützensysteme.

Miliz als „unverzichtbare Säule", Übungstätigkeit soll erhöht werden

Die Ministerin sprach von einem „Etappensieg". Der Milizbeauftragte Hameseder bezeichnete die Teilmobilisierung der Miliz in der Coronakrise als „goldrichtig und mutigen Schritt". Die österreichische Bevölkerung könne sich auf ihre Miliz verlassen, „das hat der Einsatz gezeigt". „Die Miliz ist eine unverzichtbare Säule." Er sei sehr „dankbar" für das Sonderinvestitionspaket, denn die persönliche Schutzausrüstung sei den Soldaten besonders wichtig, ebenso die Nachtsicht und Mobilität. Von den zehn strukturierten Milizbataillonen seien nur drei entsprechend ausgestattet, so Hameseder. Die Wertschöpfung des Pakets liege zudem im Schnitt zu 70 Prozent im Inland.

Sowohl Tanner als auch Hameseder sprachen davon, dass die Übungstätigkeit der Miliz erhöht werden soll und das Milizsystem „zukunftsfiter und moderner" werden soll. „Ideal wäre eine gesetzliche Verpflichtung, aber die Politik gibt die Rahmenbedingungen vor", sagte Hameseder. Tanner erklärte, dass man zunächst den Weg der Freiwilligkeit gehen wolle und Anreize für Übungen schaffen wolle.

Hameseder sagte einmal mehr, dass es Sicherheit nicht zum Nulltarif gebe. Die Ministerin wiederum fand es „schade", dass über das Bundesheer immer nur im Zusammenhang mit dem mangelnden Budget diskutiert werde. Der Zustand des Heeres wurde von einem Soldaten unfreiwillig demonstriert. Der Mann posierte als Kulisse der Pressekonferenz mit einem weiteren Soldaten vor Bundesheer-Fahrzeugen und kippte während der Ausführungen wegen Kreislaufproblemen um. Ministerin Tanner eilte dem Soldaten sofort zu Hilfe. Er war nach wenigen Minuten wieder auf den Beinen.

Ein Soldat kippte während der Pressekonferenz um.
© ROLAND SCHLAGER

Tanner äußerte sich auch zur gestrigen Verwirrung über ein Leasing-Modell für die Luftraumüberwachung, das geprüft werden soll. Sie formulierte das jetzt deutlich allgemeiner: Hier gehe es um die Luftraumüberwachung für die kommenden 20 bis 30 Jahre.

Was die Beschaffung von leichten Mehrzweckhubschraubern betrifft, bekräftigte die Ministerin, dass diese auf Schiene sei und man im Ressort schon alle Vorbereitungen dafür getroffen habe. Es solle ein „Government to Government-Geschäft" werden. Die Finanzierung ist freilich noch nicht geklärt. (APA)


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