Untergetauchter Ex-Wirecard-Manager war angeblich FPÖ-Informant
Jan Marsalek, der aktuell per internationalem Haftbefehl gesucht wird, taucht in Chatprotokollen von Ex-FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus auf. Er habe immer wieder geheime Informationen aus dem BVT an die Freiheitlichen weitergegeben, heißt es in einem Bericht.
Wien – Der untergetauchte Ex-Wirecard-Manager Jan Marsalek soll ein geheimer Informant der FPÖ gewesen sein, berichtet die Presse in ihrer Onlineausgabe. Er habe immer wieder über einen Mittelsmann Informationen aus dem Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) und dem Innenministerium an die FPÖ weitergegeben.
Marsalek taucht in SMS-Chatprotokollen zwischen Ex-FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus und dem Gudenus-Vertrauten Florian S. auf. Letzterer habe heikle Informationen an Gudenus weitergegeben, heißt es in der Presse. Die Quelle dafür sei "Jan" gewesen. Gudenus' Handy wurde im Sommer 2019 im Zuge der Ibiza-Ermittlungen beschlagnahmt.
Das Innenministerium will der Weitergabe von heiklen Informationen durch Marsalek im Rahmen der BVT-Ermittlungen nachgehen – schließt aber aus, dass Marsalek unter seinem echten Namen als Informant tätig war.
Einer der meistgesuchten Männer weltweit
Marsalek gilt derzeit als einer der meistgesuchten Männer weltweit. Nach Auffliegen des Wirecard-Skandals war er fristlos entlassen worden und anschließend untergetaucht.
Der Absturz von Wirecard in Zuge eines Bilanzskandals hat weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Der einst gefeierte deutsche Finanzdienstleister hat eingestanden, dass in der Jahresbilanz 1,9 Milliarden Euro fehlen und das Geld vermutlich gar nicht existiert. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen eine Reihe gegenwärtiger und früherer Spitzenmanager von Wirecard wegen Marktmanipulation, Bilanzfälschung, Betrug und Untreue. Unter anderem eben gegen Jan Marsalek und den früheren Konzernchef Markus Braun. (TT.com)