Schwierige Suchaktion: „Glee“-Star Naya Rivera wohl bei Bootsausflug ertrunken

In Kalifornien suchen Taucher einen See nach der vermissten Naya Rivera ab. Auch Drohnen, Hubschrauber und Spürhunde kommen zum Einsatz. Die Behörden rechnen jedoch mit dem Schlimmsten: Die US-Schauspielerin lebt vermutlich nicht mehr.

Mit diesem Boot waren Naya Rivera und ihr Sohn unterwegs.
© FREDERIC J. BROWN
Naya Rivera und ihr vierjähriger Sohn Josey.
© CHRIS DELMAS

Los Angeles – Die US-Schauspielerin Naya Rivera, bekannt vor allem aus der Serie „Glee“, ist nach Einschätzung der zuständigen Behörden bei einem Bootsausflug in einem See in Kalifornien ums Leben gekommen. „Wir gehen davon aus, dass ein Unfall passiert ist, und wir gehen davon aus, dass sie in dem See ertrunken ist“, sagte Chris Dyer, stellvertretender Sheriff des Bezirks Ventury County, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Es werde aber weiter nach der Schauspielerin gesucht. „Das Ziel ist immer noch, Frau Rivera nach Hause zu ihrer Familie zu bringen.“

Die 33-Jährige hatte das Boot nach Angaben der Polizei am Mittwochnachmittag (Ortszeit) gemietet, um mit ihrem kleinen Sohn nordwestlich von Los Angeles im Lake Piru schwimmen zu gehen. Stunden später hätten Insassen eines anderen Bootes den Vierjährigen allein schlafend an Bord gefunden, hieß es in Medienberichten. Von der Mutter fehle dagegen bislang jede Spur.

„Im Wasser ist die Sichtbarkeit katastrophal“

Suchaktionen mit Booten, Drohnen, Hubschraubern und Tauchern blieb zunächst erfolglos. Die Suche in dem riesigen Reservoir gestaltet sich als schwierig. Mehr als 100 Einsatzkräfte sind involviert, auch Hunde werden eingesetzt. Diese sind darauf trainiert, Gase zu erschnüffeln, die von menschlichen Leichen freigesetzt werden. Das hilft den Tauchern dabei, den Körper möglicherweise zu lokalisieren.

Dutzende Menschen, vor allem Taucher, suchten mit Unterstützung von Helikoptern, Drohnen und Geländewagen am Lake Piru im Staatsforst Los Padres, 90 Kilometer nordwestlich von Los Angeles, nach der 33-Jährigen.
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Dort, wo das Boot gefunden wurde, ist das Wasser etwa neun Meter tief, mit viel Vegetation und trübe. „Im Wasser ist die Sichtbarkeit katastrophal“, sagte Polizist Kevin Donoghue. Taucher konnten etwa 30 Zentimeter weit sehen. Die Pflanzen könnten Donoghue zufolge auch ein Problem für Rivera dargestellt haben. „Wenn die Leiche in etwas unter dem Wasser verwickelt ist, kann es sein, dass sie nie nach oben kommt.

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Sohn ist bei Angehörigen und physisch wohlauf

Der Vierjährige sei inzwischen zu Familienangehörigen in Sicherheit gebracht worden, heißt es zudem. Der Bub habe eine Schwimmweste getragen und sei wohlauf, teilte ein Sprecher des Sheriff-Büros im Bezirk Ventura mit. Er habe erzählt, dass er mit seiner Mutter schwimmen gewesen sei, diese aber nicht ins Boot zurückgekommen sei. An Bord sei auch eine Erwachsenen-Schwimmweste gefunden worden, sagte der Sprecher weiter. Die Brieftasche und der Ausweis der 33-Jährigen seien ebenfalls im Boot gewesen, berichtete die Los Angeles Times. Das Auto war noch am Parkplatz abgestellt.

Der Lake Piru liegt nordwestlich von Los Angeles.
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Riveras Sohn stammt aus der Ehe mit Schauspieler Ryan Dorsey. Sie ließen sich 2018 nach fast vier Jahren scheiden.

Noch kurz vor ihrem Verschwinden hatte Rivera ein Bild auf Twitter geteilt, das sie mit ihrem Sohn zeigt. Zu sehen ist, wie die Schauspielerin innig ihre Wange an die des Kindes schmiegt. Dazu schreibt sie: „Nur wir zwei." Wann das Foto genau entstanden ist, ist unklar. Wahrscheinlich ist, dass es während der Bootsfahrt geschossen wurde.

„Glee"-Schauspieler früh gestorben

In der populären Musical-Serie „Glee“ (2009-2015) spielte die in Kalifornien geborene Rivera die zickige und intrigante Cheerleaderin Santana Lopez, die sich in eine Mitschülerin verliebt, aber ihre Gefühle hinter Biestigkeit und Arroganz verbirgt. Auch in einigen anderen TV-Serien wie „Der Prinz von Bel-Air", „Baywatch" oder „CSI: Miami" wirkte Rivera mit.

Bereits 2013 hatte es ein Drama unter den Darstellern von „Glee“ gegeben. Damals war Cory Monteith mit nur 31 Jahren tot in einem Hotel im kanadischen Vancouver gefunden worden. Bei der Autopsie hatten Gerichtsmediziner einen tödlichen Mix aus Alkohol und Drogen entdeckt. Riveras Co-Star Mark Salling beging 2018 Suizid, nachdem er sich Vorwürfen schuldig bekannt hatte, Aufnahmen des sexuellen Missbrauchs von Kindern zu besitzen. „Glee“ ist eine der erfolgreichsten Musical-Serien der Welt und kam auf sechs Staffeln. (TT.com., dpa)


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