Film der Tiroler "Kinderhilfe Uganda": Das Glück zur Schule zu gehen

Seit 2012 sorgt der gemeinnützige Verein dafür, dass im Dorf Kyamitara, im Nordwesten des Landes, mehr Kinder die Chance auf Bildung bekommen. Ein Tiroler hat einen Werbefilm über das Projekt gedreht.

Die Kinder freuten sich über den ersten Schultag. Schule ist für sie Zukunft.
© Freinademetz

Innsbruck – Am Freitag ist Zeugnistag. Dieses Schuljahr war nicht so wie die anderen zuvor. Wegen Corona mussten die Kinder zwei Monate lang zuhause lernen. Und viele, die in anderen Jahren vielleicht von der Schule genervt waren, freuten sich nun als es Mitte Mai hieß, dass sie wieder in die Klassen dürfen – allerdings in getrennten Gruppen. Ein Film, den der Tiroler Bernhard Freinademetz für den gemeinnützigen Tiroler Verein "Kinderhilfe Uganda" gedreht hat, zeigt, was für ein großes Glück es ist, in die Schule gehen zu dürfen. Kinder tanzen vor einer Tafel, weil der Schulbesuch Zukunft bedeutet.

Freinademetz, der auch Promotionvideos für große Firmen dreht, hat diese und andere Szenen mit der Kamera festgehalten. Mit dem Initiator der Kinderhilfe Uganda, dem Osttiroler Pepi Gaststeiger, war er vor rund einem Jahr vor Ort, um unentgeltlich einen Werbefilm für das Projekt zu drehen. Auch die Spesen für die Reise hat er selbst bezahlt. Nun ist der Film fertig.

📽 Video | Kinderhilfe Uganda: Das Glück zur Schule zu gehen

40 Euro für ein ganzes Schuljahr

Seit 2012 sorgt der gemeinnützige Verein dafür, dass im Dorf Kyamitara, im Nordwesten des Landes, mehr Kinder die Chance auf Bildung bekommen. "Das Dorf ist auf viele Hügel verteilt und hat weder Strom noch Wasserleitungen und Abwasserkanäle. Die Bewohner sind fast alle Bauern und Selbstversorger", beschreibt Gasteiger die Lebensrealität. Acht Kinder hat jede Familie durchschnittlich. Sie müssen täglich Holz aus dem Wald holen und die für das Essen benötigten Bohnen, Süßkartoffeln, Bananen, Korn und Hirse ernten.

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Als Gasteiger 2011 privat ins Dorf kam, fiel ihm sofort auf, dass die Kinder arbeiten mussten, statt die Schule besuchen zu dürfen. „Auf die Frage, warum sie nicht lernen würden, erzählten sie mir, dass ihre Eltern das Schulgeld von 40 Euro nicht aufbringen können." 40 Euro klingen für uns nicht viel, in der ländlichen Gegend in Zentralafrika, wo die Bevölkerung vor allem von Ackerbau und Viehzucht lebt, wird Geld aber nicht überall erwirtschaftet.

Viele Familien betreiben Tauschhandel und haben keine Berührung mit Geld. Den Kindern bleibt der Weg zur Bildung wegen des fehlenden Schulgeldes verschlossen. Bei der Kinderhilfe Uganda kann man mit 40 Euro einem Kind den ganzjährigen Schulbesuch ermöglichen. Kein Cent gehe für die Verwaltung verloren, versichert Gasteiger, auch die Flüge nach Uganda bezahlen die Mitglieder selbst. Jedes Jahr reist er zweimal nach Uganda.

Er besucht dort Volks- und Mittelschulen, einmal zur Einschreibung, einmal unangemeldet. Beim Überraschungsbesuch überzeugt er sich, dass die Kinder die Schule besuchen dürfen. Denn Bildung bleibt in Uganda ein Privileg und eben auch ein Glück.

Wenn Sie helfen wollen: www.kh-uganda.at (pla)


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