Bahnstandards für neue Züge werden europaweit vereinheitlicht

Die Union will nun europaweit gemeinsame technische Standards für Schienensysteme festlegen, die für alle neuen Züge gelten.

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EU-Verkehrskommissarin Adina Valean-
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Wien, Brüssel, EU-weit – Zugfahren liegt in der Klimakrise - trotz Coronakrise - im Trend. Doch beim grenzüberschreitenden EU-Bahnverkehr gibt es geschichtlich bedingt noch Hindernisse. Schon länger wird an Verbesserungen gearbeitet. Nun könnte ein größerer Schritt bevorstehen.

"Ab 31. Oktober werden die Bahnstandards europaweit vereinheitlicht", kündigt EU-Verkehrskommissarin Adina Valean in der Wiener Zeitung an.

Mit dem 4. Eisenbahnpaket, das ab dem 31. Oktober europaweit in Kraft tritt, wird die Genehmigung für grenzüberschreitende Züge nur noch von der Agentur der Europäischen Union für Eisenbahnen erteilt.
EU-Verkehrskommissarin Adina Valean

Die Union lege nun europaweit gemeinsame technische Standards für Schienensysteme fest, die für alle neuen Züge gelten. Die solle sicherzustellen, dass diese Normen einheitlich angewendet würden, so Valean. Damit wandert die Kompetenz von den Mitgliedstaaten auf die europäische Ebene.

"Es gibt immer noch Engpässe und wichtige fehlende Verbindungen"

Es werde zwar noch einige Zeit dauern, bis die gesamte Infrastruktur den gemeinsamen Standards entspricht, räumt Valean ein. "Wir arbeiten aber daran, veraltete nationale Operationen zu beseitigen, die lediglich Hindernisse für den Betrieb von Zügen in ganz Europa schaffen. Die Kommission ist rechtlich befugt, dies bei Bedarf durchzusetzen."

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Die Mitgliedstaaten müssen zudem das europäische Kernnetz bis 2030 mit dem EU-Standard für das europäische Eisenbahnverkehrsmanagementsystem (ERTMS) ausstatten. "Damit wird eines der größten Hindernisse beseitigt", sagt Valean.

Aber: "Es gibt immer noch Engpässe und wichtige fehlende Verbindungen, die behoben werden müssen, vor allem wenn keine grenzüberschreitenden Verbindungen bestehen", betont Valean in Richtung der EU-Mitgliedstaaten. Ein wesentlicher Teil für den Ausbau der europäischen Bahn besteht in der Fertigstellung des transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-T). "Dieses europaweite Netz wird die nationalen Verkehrsnetze verbinden und interoperabler machen." Umgesetzt werden soll das Kernnetz bis 2030.

Schlüsselrolle bei Green Deal

Die EU-Politikerin hob im Gespräch mit der Wiener Zeitung auch die Bedeutung der Eisenbahn im Zusammenhang mit dem europäischen Green Deal hervor. "Die Schiene spielt hier eine Schlüsselrolle und wird uns helfen, unser Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen", betonte Valean.

Sie sei einer der umweltfreundlichsten und energieeffizientesten Verkehrsträger auf dem Markt. Daher sei es von entscheidender Bedeutung, dass die Züge zwischen den Mitgliedstaaten reibungslos verkehren können. Durch gemeinsame Standards in der gesamten EU könnten moderne Züge auch wirtschaftlicher hergestellt werden. (APA)


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