Einkaufstour beim FC Wacker Innsbruck: Auf Ronivaldo folgt Viteritti

Der Lustenauer Torjäger Ronivaldo will das Projekt Aufstieg mit dem FC Wacker Innsbruck in Angriff nehmen. Ein kolportiertes 6,4-Millionen-Budget soll den Tirolern zudem Transfers wie jenen von Fabian Koch ermöglichen. Auch Fabio Viteritti ist fix dabei.

Ein Schuss ins Herz der Tiroler Fußball-Seele: Ronivaldo erzielte beim Lustenauer 1:0-Erfolg im Cup-Halbfinale das Goldtor per Elfmeter.
© GEPA pictures/ Oliver Lerch

Von Florian Madl

Innsbruck – Unerwartet kam das Interesse des FC Wacker an Lustenau-Torjäger Ronivaldo nicht, die Entscheidung war weitreichend. Der 31-jährige Brasilianer entschied sich mit der gestern veröffentlichten Verpflichtung gegen Angebote aus der ersten Liga und dem Ausland, am Tivoli darf man sich auf eine wahre Treffergarantie einstellen: Alle 98 Minuten jubelte der 1,73 m große Wirbelwind heuer, vor einigen Wochen schoss er die Vorarlberger mit einem Elfertor gegen die Tiroler ins ÖFB-Cup-Finale.

Seine damalige Geste vor dem schwarz-grünen Fan-Block würde der ablösefreie Mittelstürmer gerne vergessen machen: „Ich bin selbst ein sehr emotionaler Spieler und habe mich bei meinem Jubel im Cup-Halbfinale zu einer Aktion hinreißen lassen, die mir im Nachhinein leid tut. Ich kann allen Wacker-Fans versichern, dass ich für ihren Verein auf dem Spielfeld alles geben werde“, hieß es in der gestrigen Vereinsaussendung.

Ich bin selbst ein sehr emotionaler Spieler und habe mich bei meinem Jubel im Cup-Halbfinale zu einer Aktion hinreißen lassen, die mir im Nachhinein leid tut. Ich kann allen Wacker-Fans versichern, dass ich für ihren Verein auf dem Spielfeld alles geben werde
Ronivaldo, Wacker-Neuzugang

Manager Alfred Hörtnagl begrüßte den Wechsel von Ronivaldo Bernardo Sales, vergangene Saison Torschützenkönig und „Spieler der Saison“ (2. Liga): „Dass sich so ein Spieler trotz Angeboten aus der Bundesliga für uns entscheidet, spricht für unseren Weg.“ Und der Weg soll weitergehen, die unlängst angekündigten Pläne des FC Wacker scheinen mit dem Hamburger Investor Matthias Siems im Hintergrund noch mehr Durchschlagskraft aufzuweisen:

TT-Informationen zufolge schießt der Deutsche heuer zu veranschlagten vier Millionen Euro Budget weitere 2,4 Millionen zu, was in der anstehenden Saison 2020/21 ein üppiges Zweitliga-Budget von 6,4 Mio. Euro ergibt. Allein für die Kampfmannschaft dürfen die Verantwortlichen mit 2,1 Mio. Euro kalkulieren. Und dem nicht genug:

Die Vereinsführung geht vom Aufstieg sowie einer Erstliga-Saison 2021/22 aus und veranschlagte dafür über 12 Millionen Euro (mehr als 4 Mio. Euro vom Investor).

Am Tivoli könnten zur Freude der Wacker-Anhänger mit Saison­start (11.–13. September) neue Zeiten anbrechen. Spieler wie Ronivaldo sind zu teuer, um lediglich vorne mitzuspielen – heuer gelang das mit einem Fohlenteam. In der Transferzeit (bis 5. Oktober) wird noch einiges passieren.

Dazu passt auch die Personalie Fabian Koch, mit Austria Wien in der Champions League und in der Folge bei Sturm Graz bzw. dem Bundesliga-Absteiger WSG Swarovski Tirol engagiert. Der 31-jährige Natterer gehörte dem FC Wacker Innsbruck bereits bis 2011 an, bevor er nach Favoriten wechselte. Nun soll er ins Tivoli heimkehren. Am Samstag wurde zudem der offensive Mittelfeldspieler Fabio Viteritti (zuletzt Zwickau) als Neuzugang präsentiert.

Während der Transfer von Torhüter Marco Knaller (FC Ingolstadt/beide 3. deutsche Liga) vor dem Abschluss steht, endete am Freitag die Wacker-Ära von Raffael Behounek: „Wir gehen getrennte Wege, es war eine schöne Zeit in Tirol“, meinte der Ex-Mattersburger, der seine Zukunft bei einem anderen Bundesliga-Verein oder im Ausland sieht. Seine Position in der Innenverteidigung soll schon bald nachbesetzt werden.

Der FC Wacker verlor am Freitag gegen die Young Violets 0:1:


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