Rittern um Weltrekord am Pferd: Kopeinik hat den Dreh raus

Turner Daniel Kopeinik will sich am Mittwoch mit möglichst vielen Russenwenden in einer Minute ins Guinnessbuch der Rekorde eintragen – als Erster.

40 Russenwenden in einer Minute: 
Daniel Kopeinik startet einen Weltrekordversuch.
© imago/Schreyer

Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck – Drei Drehungen sind Daniel Kopeinik zu wenig. Eindeutig zu wenig. Im Training kreiselt der Tiroler Nationalteamturner viel öfter auf seinem Gerät, dem Pferd. Im Wettkampf, als Element seiner Übung, zählen allerdings nur drei so genannte Russenwenden – bei denen es, auf die mitdrehenden Hände gestützt, mit gestreckten Beinen gilt, um 360 Grad zu rotieren. „Zur Einstimmung mache ich aber immer ein Vielfaches davon, damit dann die drei nötigen gut klappen“, erklärt der 25-Jährige. Sechs, zehn, 20 Stück in Folge ... jeden Tag, zumindest fünfmal pro Woche. Irgendwann entstand daraus die Idee: „Eigentlich könnte ich damit einen ­Weltrekordversuch machen.“

Kommenden Mittwoch soll es im Leistungszentrum der Kunstturner in Innsbruck so weit sein: Kopeinik will in einer Minute möglichst viele Russenwenden hinbekommen. Der Versuch ist offiziell bei „Guinness World Records“ angemeldet, die Auflagen sind erfüllt. „Ich musste Videos einschicken und es braucht dann auch zwei Aufnahmen, eine davon in Zeitlupe, Zeugen und geprüfte Zeitnehmer“, schildert der Baumkirchner. 38 Russenwenden in einer Minute schaffte er schon, sogar am Ende einer Trainingseinheit. „Also ­sollten sich 40 Stück ausgeruht dann schon ausgehen“, hofft der dreifache EM-Starter und Weltcup-Sechste vom Herbst 2019.

Dabei steht Kopeinik schon als Rekordler fest. Denn: Vor ihm hat dies noch nie jemand versucht. Auch Olympiasieger Max Whitlock nicht. „Ich glaube, dass sich selbst Turner der Weltspitze damit schwertun würden“, so der Staatsmeister, „ich mache das nun seit mehr als zehn Jahren täglich. Russenwenden sind für mich so etwas wie für andere das Zähneputzen.“ Er würde sich aber freuen, wenn sich Konkurrenz fände und daraus ein „Battle“ entstünde.

Der Weltrekord ist allerdings nur eines seiner Ziele: Der Grafiker, der dank seines Arbeitgebers weiterhin am sportlichen Traum Olympia arbeiten kann, dreht auch als Musiker auf: Mit elektronischer Tanzmusik (EDM) sorgte er zuletzt für eine ausverkaufte Veranstaltung.


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