WWF deckt illegale Hai- und Rochenjagd im Mittelmeer auf

Wie der WWF dokumentiert, werden u. a. in den EU-Staaten Spanien, Italien, Frankreich, Kroatien, Griechenland und Zypern Haie und Rochen gejagt, obwohl die Fänge verboten sind und einige Arten vom Aussterben bedroht sind.

Vom Aussterben bedrohte Makohaie werden auch in Italien illegal gefangen und getötet.
© WWF

Wien/ Rom – Illegale Fischerei und die drohende Ausrottung von Arten: Das ist kein Problem von Entwicklungsländern, wie der WWF anlässlich des Internationalen Tages der Haie verdeutlicht. Mit Schockbildern von illegalen Jagden auf geschützte Hai- und Rochenarten im Mittelmeer lässt die Umweltschutzorganisation aufhorchen. Die Bilder zeigen verbotene Fänge vom Aussterben bedrohter Weißer Haie, Makohaie, Riesenhaie, Engelshaie oder gefährdeter Teufelsrochen. In elf Mittelmeerländern – darunter die EU-Staaten Spanien, Italien, Frankreich, Kroatien, Griechenland und Zypern – konnten über 60 Fälle aufgedeckt werden.

„Mehr als die Hälfte der 80 Hai- und Rochenarten im Mittelmeer sind bereits gefährdet, viele davon akut. Ungezügelte illegale Fischerei ist ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung, da Kontrollsysteme versagen und Gesetze schlecht oder gar nicht umgesetzt werden“, warnt Simone Niedermüller, Meeresbiologin des WWF Österreich. Sie fordert strengere Kontrollen von Fangflotten und Märkten sowie Verbesserungen im Fischerei-Management und wissenschaftlichen Monitoring.

Da sich ihre Bestandszahlen nur sehr schwer erholen, sind Haie und Rochen besonders bedroht, erläutert Niedermüller: „Sie neigen zu langsamem Wachstum, später Geschlechtsreife und langen Tragezeiten mit nur wenig Nachwuchs. So bekommen Teufelsrochen nur alle ein bis drei Jahre ein einzelnes Jungtier. Das Artensterben im Mittelmeer muss rasch beendet werden, bevor es zu spät ist.“

Überfischung und illegale Fischerei

Neben illegaler Fischerei spielt auch die Überfischung eine Rolle bei der Bedrohung der Populationen. Einige Arten werden direkt für den Verkauf gefangen, ein Großteil ist aber Beifang, der sterbend zurück ins Meer geworfen oder illegal angelandet und verkauft wird. Dazu kommen die Folgen der im Mittelmeer stark zu beobachtenden Klimakrise und der steigenden Verschmutzung durch Plastikmüll, der gefressen wird oder in dem sich die Tiere verfangen.

Infografik zum Haifischhandel

Der WWF hat eine Überblicksgrafik zum Haifischhandel erstellt. Näheres dazu gibt es hier.

Niedermüller warnt vor allem zur Urlaubszeit vor Etikettenschwindel bei Fischprodukten. „DNA-Tests haben gezeigt, dass Verbraucher, die Schwertfisch essen, oftmals zu illegal vermarktetem Haifischfleisch greifen. Das birgt auch gesundheitliche Risiken, da der Quecksilbergehalt bei einigen Haiarten oft weit über den gesetzlichen Grenzwerten liegt.“ (TT.com)


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