"Können Tierleid nicht tatenlos zusehen": Land reagiert auf Schafrisse in See

Am Sonntag wurden mehrere Schafe verletzt oder tot in See gefunden. Bei drei der sieben Schafe wurden Bissspuren gefunden – die Schafe dürften von einem Wolf angegriffen worden sein.

(Symbolfoto)
© iStock

See – Verletzte und tote Schafe, die am Sonntag in See entdeckt wurden, sind vom zuständigen Amtstierarzt untersucht worden. Sieben Schafe, die tot gefunden oder den Verletzungen erlegen sind, wurden begutachtet. Bei der Schafe wurden Bissspuren festgestellt, dürften also von einem Wolf gerissen worden sein, berichtete das Land Tirol am Dienstag in einer Aussendung. „Alle sieben toten Schafe sind in Zusammenhang mit den festgestellten Rissen zu sehen. Zur weiteren Abklärung wurden Proben für eine genetische Untersuchung entnommen“, berichtet Martin Janovsky, Beauftragter des Landes Tirol für große Beutegreifer.

Acht Schafe waren am Montag noch von der Alm abgängig, die restlichen 71 Schafe wurden mittlerweile ins Tal getrieben – die TT berichtete.

Auch ein totes Jungrind wurde untersucht. Bei diesem konnte jedoch nichts festgestellt werden, was auf einen Riss durch einen Wolf hindeute.

Wolfmanagementplan erlaubt Abschuss in "besonderen Situationen"

In Österreich gibt es bereits seit 2012 einen Wolfsmanagementplan, wo auch der Umgang mit Wölfen „in besonderen Situationen“ behandelt wird. Für den Fall, dass ein Wolf ohne ersichtlichen Grund aggressiv auf Menschen reagiert, oder wenn wiederholt sachgerecht geschützte Nutz- und Haustiere getötet werden, empfiehlt der Österreichische Wolfmanagementplan eine Entnahme, also einen Abschuss des Tieres, schreibt das Land.

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Voraussetzung dafür sei allerdings, dass Präventionsmaßnahmen zum Schutz von Tieren ausgereizt sein müssen. Diese Präventionsmaßnahmen sind jedoch nicht nur eine Frage der Finanzierbarkeit, sondern gerade im alpinen Gebiet eine Frage der Umsetzbarkeit, so die Landesregierung. „Erfahrungen mit Herdenschutzmaßnahmen aus anderen Regionen können nicht so ohne Weiteres auf die Alpen übertragen werden“, verweist LHStv Josef Geisler (ÖVP) auf die besondere Situation der Berglandwirtschaft. Gedeckt durch das Tiroler Jagdgesetz könne die Behörde nach Anhörung geeigneter Sachverständiger mit Verordnung feststellen, dass von einem bestimmten Wolf, Bär oder Luchs eine unmittelbare Gefahr für die Sicherheit von Personen oder eine unmittelbare erhebliche Gefahr für Weidetiere ausgeht.

LHStv Geisler: „Von rechtlichen Möglichkeiten Gebrauch machen“

„Vor allem im Tiroler Oberland häufen sich zusehends problematische Situationen, die aller Voraussicht nach mit einem schadenstiftenden Wolf in Verbindung stehen. In den nächsten Tagen werden wir im Landhaus konkrete Gespräche führen, wie wir mit dieser Situation weiter umgehen können. Das Leid der Nutztiere ist enorm, wir können hier nicht tatenlos zusehen“, kündigt Geisler an. Geisler habe "bereits in der Vergangenheit darauf hingewiesen, von den rechtlichen Möglichkeiten Gebrauch machen zu wollen, wenn es die Situation erfordert", so die Aussendung.

Das Land bittet weiter, Sichtungen, Filmaufnahmen, Fotos oder Risse von großen Beutegreifern der jeweils zuständigen Bezirkshauptmannschaft zu melden. (TT.com)


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