FC Wacker und die WSG Tirol: Zwischen Aufbruch und Standortbestimmung

Während der FC Wacker seinen Kader punktuell für den Aufstiegskampf verstärkt, wird in Wattens erst kommende Woche die Richtung vorgegeben.

Mit der Verpflichtung von Torschützenkönig Ronivaldo hat Alfred Hörtnagl den „Königstransfer“ des FC Wacker schon abgeschlossen.
© FC Wacker

Wacker sucht noch nach defensiven Verstärkungen

Von Wolfgang Müller

Innsbruck – Ein Jahr nach dem bitteren Abstieg startet der FC Wacker neu durch. Neues Kernmitglied bzw. Investor und Förderer (Matthias Siems aus Hamburg), neuer Präsident (Joachim Jamnig), neuer Kampfmannschaftstrainer (Daniel Bierofka) und eine neue sportstrategische Ausrichtung. Ziemlich viel Neues auf einmal, das bei den Schwarz-Grünen den Aufbruch in eine gesicherte und bessere Zukunft ebnen soll.

Egal, ob die ambitionierte junge Truppe von Thomas Grumser in der Endabrechnung der Corona-Saison Dritter, Vierter oder Fünfter wird, war es aus sportlicher Sicht viel mehr als man sich erwarten durfte. Nach der Stabilisierung mit extrem jungen Kräften soll bzw. muss mit einer Kapitalaufstockung die Rückkehr in die Erstklassigkeit ins Auge gefasst werden. Punktuell wurde der Kader schon mit dem „Königstransfer“ Ronivaldo, der als Zweitliga-Torschützenkönig von Lustenau nach Innsbruck übersiedelt, und Offensivspieler Fabio Viteritti aus der dritten deutschen Liga (Zwickau) verstärkt. Damit ist die Offensive erst einmal abgehakt.

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In der Defensive sind ebenfalls zwei Neuzugänge eingeplant. Nach dem Kreuzbandriss von Lukas Wedl steht ein Tormann auf der Transferliste. Ob es Marco Knaller wird, ist noch offen. Der 33-Jährige hat noch einen laufenden Vertrag beim Drittligisten FC Ingolstadt. Priorität hat die Position eines Innenverteidigers, der im Abwehrzentrum zusätzliche Stabilität verleihen soll. Kein Thema ist beim FC Wacker die Rückkehr von Fabian Koch, der die Schwarz-Grünen im Winter 2011 Richtung Austria Wien verließ.

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Routiniers für WSG in Liga zwei nicht zu halten

Von Tobias Waidhofer

Wattens – Nein, „auf Tauchstation“ gingen die sportlich Verantwortlichen der WSG Tirol nach dem Abstieg in die 2. Liga nicht. Ganz im Gegenteil: „Silbi (Trainer Thomas Silberberger, Anm.) und ich waren seit dem Abstieg jeden Tag im Büro“, erzählt Sportmanager Stefan Köck. „Wir haben im Kopf, was wir machen wollen.“ Die Frage, was machbar ist, wird allerdings erst kommende Woche beantwortet. Denn das Ergebnis – auch das der intensiven Saisonanalyse – wird vorerst intern gehalten und kommende Woche in einer Sitzung dem Vorstand präsentiert. Erst dann wisse man mehr. „Wir besprechen unsere Sachen im Wohnzimmer und nicht auf der Terrasse“, betont Köck.

Denn von Zeitdruck oder Stress ist man im Lager der Tiroler (noch) weit entfernt. Denn auch wenn es komisch klingt, eines hat man durch den Abstieg gewonnen: nämlich Zeit. Weil die 2. Liga noch bis Ende Juli spielen wird, erfolgt der Trainingsauftakt erst Anfang August. „Wären wir in der Bundesliga geblieben, hätten wir am 22. Juli begonnen, wir haben 14 Tage Zeit gewonnen“, weiß Köck.

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Bevor das sportliche Führungsduo aber kommende Wochen an den Vorstandstisch tritt, muss Trainer Silberberger noch einmal unters Messer. Bei der vierten (!) Operation seit seinem schweren Motorradunfall wird noch eine Schraube entfernt.

Dass Routiniers wie Zlatko Dedic, Stefan Maierhofer oder Thanos Petsos in Liga zwei nicht zu halten sein werden, ist ein offenes Geheimnis. Von den Winter-Neuzugängen könnte allerdings einer wie Fabian Koch ein Thema bleiben. Beim FC Wacker (siehe oben) soll der Tiroler Außenverteidiger ja kein Transferziel sein ...

Natürlich werde man „den ein oder anderen holen müssen“, weiß Köck. „Aber es muss zu den budgetären Möglichkeiten passen.“ Eines scheint klar: Auf das Duo Köck/Silberberger wartet eine Mammutaufgabe ...


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