Mit Thiem-Lorbeeren peilt Erler in der Weltrangliste die Top 100 an

Dominic Thiem hält große Stücke auf Tirols Tennis-Hoffnung Alexander Erler – nun könnte der Kufsteiner Thiems neuer Trainingspartner werden.

Dominic Thiem und Alexander Erler trafen unlängst bei der Austrian Pro Series aufeinander.
© GEPA pictures/ Philipp Brem

Von Roman Stelzl

Kufstein – Wenn das Lob von ganz oben kommt, ist es meist am schönsten – und im österreichischen Tennis trägt das „ganz oben“ den Namen Dominic Thiem. „Mir taugt, wie er spielt. Alex hat einen guten Zug im Arm und vor allem einen ganz starken Aufschlag, wodurch er den für mich wichtigsten Schlag im Tennis beherrscht“, sagt der dreifache Grand-Slam-Finalist über den Tiroler Alexander Erler. Und der 26-jährige Weltranglisten-Dritte ergänzt im Hinblick auf das 3:6,6:2,6:2 bei der Austrian Pro Series gegen den 22-jährigen Kufsteiner: „Das, was er da im ersten Satz gespielt hat, muss er nur über drei, vier Sätze durchspielen.“

Dass Thiem überhaupt so lobend über Tirols nominelle Nummer eins (494. der Weltrangliste) sprechen kann, liegt an den Folgen der Coronavirus-Pandemie. Der Lockdown nach außen hat nach innen hin viele Türen geöffnet – plötzlich fanden sich die österreichischen Spieler gemeinsam am Platz wieder. Sei es bei den österreichischen Meisterschaften, sei es bei er Austrian Pro Series oder vergangene Woche beim „Thiem’s 7“ in Kitzbühel.

Dort war der 1,93 Meter große Erler als letzter der vier Spieler in den Nebenbewerb „Austrian Young Guns“ gerutscht. Er schlug Lucas Miedler und Jurij Rodionov, unterlag nur ganz knapp Ex-Kitzbühel-Halbfinalist Sebastian Ofner und verpasste damit den Turniersieg.

Davor durfte sich der Rechtshänder in Going noch mit Dominic Thiem einschlagen. Einen besseren Trainingspartner gibt es hierzulande nicht – und das weckt Begehrlichkeiten.

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„In Tirol fehlen Möglichkeiten, was Sparrings-Partner betrifft“

„Permanent mit Leuten wie Thiem oder Spielern um die Top 150 zu spielen, bringt dich weiter“, sagt Manager Markus Erler, der die Corona-Zeit für seinen Neffen sportlich als Gewinn sieht: „Alex hat die letzten Monate riesige Fortschritte gemacht. Er ist auf einem richtig guten Weg, Ziel sind die Top 100.“

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Diese Vorgabe würde sich mit jener von Wolfgang Thiem decken. Der Niederösterreicher beheimatet mit Dominic Thiem derzeit die fünf besten Spieler Österreichs in der „ATC-Tennisakademie“ in Wien. Dass der Tiroler als Nummer sechs dazustößt, hält Wolfgang Thiem, der Erler schon einmal in der Südstadt trainiert hat, für gut möglich: „Bei uns ist er willkommen.“

Auch Markus Erler spricht derzeit von „Veränderungen und einem klaren Konzept“: „In Tirol fehlen uns die Möglichkeiten, was Sparrings-Partner betrifft.“ Ob die Reise zu Wolfgang Thiem geht, ist noch offen – momentan schlägt sich Erler mit dem deutschen Profi Philipp Kohlschreiber in seiner früheren Tennis-Heimat München die Bälle um de Ohren. Auch eine Option für die Zukunft. Und was immer die auch bringt, die vergangenen Wochen machen viel Mut und Zuversicht. Mit und ohne Dominic Thiem als Trainingspartner.


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