Tiroler Exportvolumen für 2019 bei über 13,1 Milliarden Euro
Fünf Bundesländer erzielten 2019 einen Handelsbilanzüberschuss. Ein- und ausgeführt werden vor allem Maschinen. Deutschland ist weiterhin der wichtigste Handelspartner.
Wien – Die vorläufigen Zahlen der Tiroler Exportwirtschaft für das Jahr 2019 liegen nun vor. Insgesamt steigerte Tirols Wirtschaft das Exportvolumen auf über 13,1 Milliarden Euro, was einem Plus von vier Prozent gegenüber 2018 entspricht. In absoluten Zahlen ist das ein Zuwachs von knapp 504 Millionen Euro.
Eine erste österreichweite Bilanz der Statistik Austria für den April 2020 zeigt, dass die Tiroler Exporte gegenüber dem April 2019 um 22,9 Prozent gesunken sind. In Tirol haben bei den Importen organische chemische Erzeugnisse überwogen und bei den Exporten pharmazeutische Erzeugnisse.Trotz des allgemeinen Rückgangs des Exportvolumens gab es bei den chemischen Erzeugnissen – zu denen medizinische und pharmazeutische Produkte zählen – einen Zuwachs um 34,5 Prozent.
➤ Wichtigste Handelspartner sind europäische Nachbarstaaten
Die Exporte in die Europäische Union haben im Vergleich zum Jahr 2018 um 2,8 Prozent oder knapp 231 Millionen Euro zugenommen. Europa ist und bleibt der wichtigster Markt. Die betreffende Exportbilanz für alle EU-Staaten beträgt über 8,4 Milliarden Euro. Tirols Top-Handelspartner sind die Nachbarländer Deutschland, die Schweiz samt Liechtenstein sowie Italien. Auf Platz vier der wichtigsten Exportländer liegt Frankreich, gefolgt von den USA und Großbritannien.
➤ Mehr Exporte nach Südamerika und Japan
- Markant gestiegen sind die Warenexporte von Tirol nach Südamerika, nämlich um 32,2 Prozent, von knapp 90 auf rund 119 Millionen Euro. Die Ausfuhren nach Brasilien stiegen beispielsweise um 56,1 Prozent von rund 41 auf rund 65 Millionen Euro. Die Exporte nach Nordamerika wurden um 5,9 Prozent erhöht. Auch die Ausfuhren nach Japan stiegen signifikant um 41,3 Prozent von knapp 118 auf rund 167 Millionen Euro.
➤ Exportbilanz nach Waren
Bei den Warenexporten stehen wie in den Vorjahren pharmazeutische Erzeugnisse mit über 2,3 Milliarden Euro an der Spitze – der Export dieser Waren ist im Vergleich zu 2018 um 17,6 Prozent gestiegen. Zugenommen haben beispielsweise auch die Exporte von optischen Geräten, Mess- und Prüfinstrumenten um 16,7 Prozent sowie von Bekleidung und Zubehör um 13,7 Prozent.
Österreich-Bilanz
Mehr als ein Viertel der gesamtösterreichischen Exporte sind im Vorjahr auf das Industrie-Bundesland Oberösterreich gefallen. In Summe beliefen sich die Ausfuhren von Waren auf 153,79 Milliarden Euro, 40,12 Milliarden Euro davon entfielen auf Oberösterreich. Bei den Importen hatte Wien mit einem Wert von 38,43 Milliarden Euro den höchsten Anteil, zeigen Daten der Statistik Austria. Insgesamt lagen die Einfuhren bei 157,97 Milliarden Euro.
2019 erzielten fünf Bundesländer einen Handelsbilanzüberschuss, es wurden also mehr Waren von diesen Bundesländern aus- als eingeführt. Die größten Zuwachsraten bei den Exporten verbuchten Wien (plus 7,2 Prozent) und Oberösterreich (plus 5,5 Prozent). Rückgänge zeigten sich bei den Ausfuhrwerten von Kärnten (minus 8,0 Prozent) und Niederösterreich (minus 2,5 Prozent).
Bei den Importen gab es in Salzburg (plus 2,8 Prozent), Tirol (plus 2,4 Prozent) und Oberösterreich (plus 2,2 Prozent) die höchsten Wachstumsraten. Kärnten (minus 3,7 Prozent) verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang.
China bei Importen immer unter den Top drei
Für alle Bundesländer war erneut sowohl bei den Ein- als auch bei den Ausfuhren Deutschland der wichtigste Handelspartner, wobei bis auf Oberösterreich einfuhrseitig alle Bundesländer Rückgänge mit diesem Nachbarland verzeichneten.
Mit Ausnahme von Tirol befand sich China bei allen Bundesländern bei den Importen unter den Top-3-Ländern. Der stärkste absolute Zuwachs mit einem Land außerhalb der EU wurde in Wien mit den Vereinigten Staaten erzielt (plus 27,8 Prozent). (TT.com, APA)
Daten
Die regionalen Außenhandelsdaten für das Jahr 2019 stammen von der Statistik Austria im Auftrag der Bundesländer und der Wirtschaftskammern sowie von der Landesstatistik Tirol.