Albert Brecher: Seit 100 Jahren der kreative Geist aus Grinzens

Tirols Langlauf-Pionier Albert Brecher feierte kürzlich seinen 100. Geburtstag und ist das längstdienende Mitglied im Tiroler Skiverband.

Ein Leben für den Skisport: Hier ist Albert Brecher beim Biathlon 2003 in Gries im Sellrain zu sehen.
© WSV Grinzens

Grinzens – Selten war die Bezeichnung Rekordmann und Pionier treffender als bei Albert Brecher. Der seit 18. April 100-jährige Tiroler hat in seinem Leben schon viele Winter kommen und gehen gesehen. Der am Lexn-Hof in Grinzens geborene Ski-Methusalem prägte den Wintersport in seiner Heimatgemeinde wie kein anderer und war die treibende Kraft für die Gründung des WSV Grinzens mit mehreren Sektionen (Alpin, Nordisch, Naturbahnrodeln) in den 1960er-Jahren.

Bis in die 1970er-Jahre legte der auch bei internationalen Rennen erfolgreiche Langläufer die Loipen mit selbstgebauten Geräten an. Um etwas Geld für den Verein zu lukrieren, organisierte der kreative Geist neben Langlauf-, Ski- und Rodelrennen auch Maskenbälle. Die Veranstaltungen hatten sich rasch über den Ort hinaus etabliert. Dadurch gelang es ihm bald, einen Skidoo anzukaufen. Sein Fachwissen war auch bei den Olympischen Winterspielen 1964 und 1976 gefragt. Neben dem Präparieren der Rennstrecke in der Axamer Lizum war er auch als Kampfrichter bei den Nordischen in Seefeld im Einsatz.

Für sein Engagement und seinen Ideenreichtum wurde der rüstige Tiroler u. a. mit dem goldenen Ehrenzeichen des Tiroler Skiverbandes ausgezeichnet. Im Zuge seines 100. Geburtstages wurde Brecher kürzlich mehrfach geehrt: Der WSV Grinzens überreichte ein Bild und ÖSV-Generalsekretär Klaus Leistner gratulierte zu seiner 87-jährigen Mitgliedschaft – er ist das längstdienende Mitglied im Tiroler Skiverband.

Seine ersten Paar Ski verdiente sich der Bauernbub übrigens im Alter von zehn Jahren, indem er für die Männer in der Nachbarschaft im Gemischtwarengeschäft Zigaretten holte und jedes Mal zehn Groschen bekam. Nach dem Kriegsdienst (u. a. in Russland) begann er für den Zoll zu arbeiten, 1949 heiratete er seine Frau Hedwig, mit der er fünf Kinder hat. Bis vor wenigen Jahren war Brecher noch aktiv bei Rennen dabei – Skisport hält eben jung. (ben)

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