OK-Chef Falkner will von Geisterrennen in Sölden nichts wissen

Der traditionelle Gletscher-Auftakt des alpinen Ski-Weltcups wirft dieser Tage viele Fragen auf. Konkrete Antworten wird es so schnell nicht geben.

Je 14.000 Fans verfolgten im Vorjahr die beiden Sölden-Riesentorläufe. Heuer wird um einiges weniger los sein, wenn überhaupt.
© gepa/Steiner

Von Max Ischia

Sölden – „Ob wir in Sölden vor 100 oder 500 Zuschauern fahren, ist auch schon egal. Dann lieber keine und alles unter totalem Ausschluss der Öffentlichkeit austragen. Wir werden quasi einen ganzen Berg isolieren.“ Also sprach FIS-Renndirektor Markus Waldner im TT-Interview (Donnerstag-Ausgabe) über den möglichen Geisterauftakt des alpinen Ski-Weltcups am 24./25. Oktober in Sölden.

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Worte, die den langjährigen OK-Chef Jakob Falkner – vorsichtig formuliert – überraschten: „Ich möchte kein Öl ins Feuer gießen, aber verstehen tue ich diesen Vorstoß der FIS nicht.“ Denn geht es nach dem Ötztaler Macher, dann geht der traditionelle Gletscherauftakt sehr wohl mit Fans in Szene. „Das ist jedenfalls unser Ziel und ich bin überzeugt, dass gerade unsere Rahmenbedingungen ideal dafür sind. Was die Zuseher anbelangt, will ich aber bewusst keine Zahl herausgeben, damit nicht ein paar erschrecken.“ Inwiefern, ließ der Sölder Bergbahnen-Chef und Aufsichtsratboss des Ötztal Tourismus freilich offen. Nur so viel: „Mit einer Riesenveranstaltung ist niemandem gedient. Wir sind uns unserer Verantwortung absolut bewusst und stellen die Sicherheit über alles.“

Was die Zuseher anbelangt, will ich bewusst keine Zahl herausgeben, damit nicht ein paar erschrecken.
Jakob Falkner, OK-Chef Ski-Weltcup in Sölden

Auch wenn die erste offizielle OK-Sitzung erst Ende des Monats anberaumt ist, werde im kleinen Kreis längst an den verschiedensten Lösungsansätzen ­getüftelt – und diese würden auch den Covid-19-Entwicklungen entsprechend angepasst. „Wir müssen ganz einfach die Entwicklungen der nächsten Wochen abwarten.“ Losgelöst von konkreten Infektionszahlen seien die Rahmenbedingungen hoch über Sölden aber „ideal“. Man habe zwei Gletscher, eine Auffahrt mit Mautstation und genügend Möglichkeiten, um die Bereiche Rennfahrer, Journalisten, Zuseher und Skigäste zu trennen.

Sollte der Weltcup-Auftakt doch nur als Geisterrennen stattfinden, dann kommt dafür laut Falkner nur der Termin „eine Woche früher“ (17./18. Oktober) in Frage.


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