Causa Kinderwunschklinik: Arzt gestand Fehler ein

Ein Arzt der Badener Kinderwunschklinik hat für den Tod einer Patientin "Verantwortung übernommen". Er soll das bei der Narkose verwendete Mittel vor den Eingriffen an drei Patientinnen unsachgemäß gelagert haben.

  • Artikel
  • Video
Nach einem Eingriff in einer Badener Kinderwunschklinik starb eine 32-Jährige.
© THOMAS LENGER

Baden, Wiener Neustadt – Nach dem Tod einer 32-Jährigen infolge eines Eingriffs in einer privaten Badener Kinderwunschklinik hat der verdächtige Arzt einen Fehler eingestanden. Der Beschuldigte habe für das Geschehene "Verantwortung übernommen", sagte Erich Habitzl von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt am Freitag, ohne jedoch nähere Details zu nennen.

Ausständig war weiter jene Expertise, die einen möglichen Behandlungsfehler des Mediziners unter die Lupe nehmen soll. Gegen den Mann wird wegen grob fahrlässiger Tötung und grob fahrlässiger schwerer Körperverletzung ermittelt.

📽 Video | Kinderwunschklinik: Arzt gestand Fehler ein

Einem Bericht des Kurier zufolge soll der Arzt das bei der Narkose verwendete Mittel vor den Eingriffen an drei Patientinnen unsachgemäß gelagert haben. Das Medikament war vom Beschuldigten in einem privaten Kühlschrank und somit nicht unter sterilen Bedingungen aufbewahrt worden, heißt es in dem Medienbericht. In einem bereits angestochenen Injektionsfläschchen dürften sich in der Folge Keime gebildet haben. Gerhard Huber, der Anwalt des Beschuldigten, sagte dem Kurier, dass sein Mandant das Ableben der Patientin bedauere.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung jederzeit digital abrufen, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

TT ePaper

Keim-Kontamination als Todesursache

Eine Keim-Kontamination gilt laut Obduktion als Auslöser für den Tod der 32-Jährigen. Die Frau starb nach einer am 3. Juni im Badener Institut durchgeführten Follikel-Punktion zwei Tage später in einem Wiener Krankenhaus. Sie hatte laut Staatsanwaltschaft einen septischen Schock mit massiver Blutgerinnungsstörung erlitten.

Behandlungen im Kinderwunschinstitut am 3. Juni hatten auch zwei weiteren Frauen längere Spitalsaufenthalte eingebracht. Beide Patientinnen wurden vorübergehend intensivmedizinisch in Krankenhäusern behandelt, befinden sich aber mittlerweile am Weg der Genesung. (APA)


Schlagworte