Kika/Leiner konnte "Corona-Schaden" bis Ende Juni aufholen

Vor allem Küchen, Pölster und schnell verfügbare Waren waren gefragt. Anstatt in Reisen und Autos werde in Einrichtung für zu Hause investiert.

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Die Signa-Gruppe von Rene Benko hatte Kika und Leiner im Juni 2018 vom angeschlagenen deutsch-südafrikanischen Möbelkonzern Steinhoff übernommen.
© TT/Julia Hammerle

Wien, St. Pölten – Die Möbelkette Kika/Leiner hat den Umsatzausfall durch den eineinhalbmonatigen Corona-Shutdown aufholen können. "Ein herausragender Mai und Juni haben den gesamten Corona-Schaden egalisiert", sagte Kika/Leiner-Chef Reinhold Gütebier am Freitag im APA-Gespräch.

In der Coronakrise würden Menschen eher in die Einrichtung zu Hause als in Autos oder Reisen investieren. Besonders gut verkaufen sich laut dem Möbelketten-Chef Küchen, Polster und schnell verfügbare Waren. Kika und Leiner hatte zur Wiederöffnung am 2. Mai alle Mitarbeiter in den Einrichtungshäusern aus der Kurzarbeit zurückgeholt.

Sanierung auf "gutem Weg"

Der Firmenchef sieht die Sanierung der Möbelkette auf gutem Weg.
© APA/Fohringer

Die bereits länger angekündigte Rückkehr in die Gewinnzone soll weiterhin 2021 geschafft werden. Bis Mitte nächsten Jahres sollen auch 200 neue Mitarbeiter und Lehrlinge eingestellt werden.

Die Signa-Gruppe des Tiroler Investors Rene Benko hatte Kika und Leiner im Juni 2018 im Rahmen eines Notverkaufs vom angeschlagenen deutsch-südafrikanischen Möbelkonzern Steinhoff übernommen. Bis Ende 2018 schloss die Möbelkette vier Standorte in Österreich, mehr als 700 Beschäftigte (auf Vollzeitbasis) verloren ihren Job. Im Mai 2019 wurden das Kika-Osteuropageschäft an den heimischen Mitbewerber XXXLutz verkauft.

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Weitere Standorte für Küchenstudios geplant

Viel Umsatzpotenzial sieht der Kika/Leiner-Chef trotz Coronakrise und sinkenden Einkommen im Küchenbereich. Im November wird Leiner das erste eigenständige Küchenstudio in Graz mit 1.200 Quadratmeter eröffnen. Dem Grazer Pilotprojekt sollen im nächsten Jahr weitere Standorte in Wien und Linz folgen.

Kika und Leiner haben vom Mutterkonzern Signa einen "zweistelligen Euro-Millionenbetrag" für die Modernisierung der Filialen bekommen. Der Leiner-Standort in Vösendorf wurde nun für 2,5 Mio. Euro renoviert. Nach dem Aus für den Kika-Standort in Vösendorf Ende 2018 soll die rundumerneuerte Leiner-Filiale mehr Kunden anlocken. Im August soll der große Umbau der Filiale in der Stadt Salzburg abschlossen sein, im November wird die Modernisierung der Kika-Filiale in Graz abgeschlossen.

Zum "KaDeWe Wien" umbauen

Wie lange Leiner noch genau im Flagship-Store in der Wiener Mariahilfer Straße bleiben kann, ist derzeit noch offen. Signa will den Standort zum "KaDeWe Wien" und zu einem Hotel umbauen. Die Eröffnung war laut Planungsstand im Herbst 2019 für Herbst 2023 geplant. Man habe bisher aber keinen Ersatzstandort gefunden, so der Chef der Möbelkette.

Der Online-Handel spielt bei Kika und Leiner bisher eine untergeordnete Rolle. Ab Herbst will man sich mit dem Thema intensiver auseinandersetzen. Man habe bei der Sanierung des Unternehmens den physischen Filialen bisher den Vorrang gegeben, sagte Gütebier. (APA)


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