"Gruppe junger Leute" soll hinter Hackerangriff auf Twitter-Konten stecken

Ein großangelegter Hackerangriff hatte den Kurzbotschaftendienst Twitter am Mittwoch in den Ausnahmezustand versetzt. Dahinter stecken soll eine "Gruppe junger Menschen", die sich im Internet kennengelernt haben soll.

Symbolfoto.
© OLIVIER DOULIERY

San Francisco – Hinter dem Hackerangriff auf Twitter-Konten von Prominenten wie Ex-US-Präsident Barack Obama und Tesla-Chef Elon Musk steht laut US-Medienberichten offenbar weder ein ausländischer Staat noch eine professionelle Hacker-Bande. Wie die New York Times am Freitag berichtete, handelt es sich bei den Tätern vielmehr um eine "Gruppe junger Menschen", die sich im Internet kennengelernt haben sollen.

Der großangelegte Hackerangriff hatte den Kurzbotschaftendienst am Mittwoch in den Ausnahmezustand versetzt. Die New York Times sprach dem Bericht zufolge mit vier an dem Hackerangriff beteiligten Menschen. Einer von ihnen gab demnach an, noch bei seiner Mutter zu leben. Die Idee zu dem Twitter-Angriff kam den jungen Leuten demnach während eines lockeren Chats auf der Gamer-Plattform Discord.

130 Nutzerkonten im Visier der Hacker

Nach Angaben von Twitter wurden bei der Attacke am Mittwoch rund 130 Nutzerkonten ins Visier genommen. Betroffen waren unter anderem auch der US-Präsidentschaftsbewerber Joe Biden, Amazon-Gründer Jeff Bezos, Microsoft-Gründer Bill Gates, Rap-Star Kanye West sowie die Konten des iPhone-Herstellers Apple und des Fahrdienstanbieters Uber. Auf den gehackten Konten war ein Aufruf erschienen, binnen 30 Minuten Bitcoins im Wert von 1000 Dollar (880 Euro) zu überweisen. Angeblich sollte dies mit einer Rückzahlung in doppelter Höhe belohnt werden.

Twitter sperrte die Konten nach der Attacke vorübergehend und erklärte, dass es offenbar eine "koordinierte Social-Engineering-Attacke" gegeben habe. Dabei seien offenbar erfolgreich "einige unserer Angestellten mit Zugang zu internen Systemen und Werkzeugen" zum Ziel genommen worden. Beim sogenanntem Social Engineering werden Mitarbeiter manipuliert, um durch diese an bestimmte Informationen zu gelangen.

Laut der Seite Blockchain.com, die Transaktionen bei Kryptowährungen beobachtet, wurden aufgrund der betrügerischen Aktion Bitcoins im Wert von 116.000 Dollar überwiesen.

Idee soll auf Internetnutzer namens "Kirk" zurückgehen

Die von der New York Times interviewten mutmaßlichen Hacker gaben an, die Bitcoin-Idee gehe auf einen Internetnutzer mit dem Pseudonym "Kirk" zurück, der den Hackerangriff auch initiiert habe. Sie selbst hätten sich lediglich in die Konten weniger bekannter Twitter-Nutzer gehackt, sagten sie der Zeitung. Als auch die Konten bekannter Persönlichkeiten zum Ziel der Attacke geworden seien, hätten sie sich von "Kirk" abgewendet.

Twitter hat immer wieder mit Hackerangriffen zu kämpfen. So wurden im März 2017 die Konten der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, des französischen Wirtschaftsministeriums und der BBC-Nordamerika gehackt, möglicherweise von Anhängern des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Der Bitcoin-Hack warf erneut ein Schlaglicht auf die Sicherheit bei dem Kurzbotschaftendienst, der auch die bevorzugte Online-Plattform von US-Präsident Donald Trump ist. (APA/AFP)


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