Tiroler Masken-Produzenten: Das große Nähen stottert

Die Maskenpflicht ist derzeit auf wenige Ausnahmen beschränkt. Das große Nähen stottert daher. Die Ärztekammer fordert aber bereits wieder verpflichtendes Tragen in öffentlichen Räumen.

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© Nova

Innsbruck – Die TT hat bei Masken-Produzenten nachgefragt. Sie kamen damit besser durch die Krise und könnten die Produktion sofort wieder hochfahren.

Die Firma Nova in Terfens, die auf die Herstellung von Paragleitern spezialisiert ist, stellte kurzfristig auf die Erzeugung von Masken und Schutzanzügen um. Wie Vertriebsleiter Wolfgang Lechner erklärt, konnten 40.000 bis 50.000 Masken verkauft werden. „Natürlich haben wir damit bei Weitem nicht so viel verdient wie mit unserem Kerngeschäft, aber das hat uns geholfen, besser durch die Krise zu kommen.“ Er gehe davon aus, dass die Nachfrage nach einer derzeitigen Flaute wieder ansteigen werde.

Hilfe in Uganda möglich gemacht

Laut Thomas Fuchs vom Verein „Perspektive für Kinder“ wurden bisher 2500 Masken von 20 Ehrenamtlichen aus ugandischen Stoffen genäht.
© Perspektive für Kinder

Laut Thomas Fuchs vom Verein „Perspektive für Kinder“ wurden bisher 2500 Masken von 20 Ehrenamtlichen aus ugandischen Stoffen genäht, drei Frauen lieferten die Masken teils mit dem Rad in Tirol aus. „Der Erlös fließt in unsere Covid-19-Maßnahmen nach Uganda. Hunger und fehlende medizinische Versorgung sind dort ein Todesurteil. Mit dem Erlös konnten wir unter anderem Lebensmittel sowie Hygieneartikel liefern.“ Man habe zudem ein Netzwerk in Tirol aufgebaut, auf das man zurückgreifen könne.

Sich selbst mit Schutz versorgt

Bei der Lebenshilfe wurden Stoffmasken genäht.
© Lebenshilfe

„Es war schon ein Hürdenlauf“, erinnert sich „Lebenshilfe Tirol“-Geschäftsführer Georg Willeit an Ende Februar, als alle die Corona-Krise überrollt hat. „Wir haben Stoffmasken genäht, FFP-Masken und Schutzoveralls zu überhöhten Preisen gekauft, um die 1500 Dienstnehmer und 2000 Klienten bestmöglich zu schützen.“ Viele Menschen hätten Stoffmasken oder Schutzvisiere gespendet. Mittlerweile habe sich die Situation entspannt und das Land Tirol hat die Lebenshilfe ausreichend mit Desinfektionsmitteln und Schutz­ausrüstung versorgt. Darunter auch einfache Mund-Nasen-Schutz-Masken. „Auch hochwertige FFP2-Masken vom Land werden demnächst bei uns eintreffen“, so Willeit.

Gedruckte Masken als Hit

Richard Mayr von der Computeria Axams.
© computeria

Richard Mayr von der Computeria Axams berichtet, dass er 100 private 3D-Drucker organisierte, auch die HTL Fulpmes, HTL Anichstraße und HTL Imst druckten, um 2500 Visiere herzustellen. „Ende April habe ich wegen der großen Nachfrage die Aktion an die Firma Pließnig für Spritzgussverfahren und die Geschützte Werkstätte Vomp für Endfertigung und Vertrieb übergeben.“ Wegen der Dringlichkeit hätten er und Ehrenamtliche zunächst an Ärzte, Klinik, Gesundheitspersonal persönlich zugestellt und die fertigen Teile in Tirol gesammelt. Im Moment gebe es Nachbestellungen für Visiere zum Austausch und tröpferlweise private Nachfragen. Für einen neuerlichen Ansturm sei man gerüstet. (pla)


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