Internet-Angebote verändern die Psychotherapie

Internetunterstüzte Psychotherapie hat sich in mehreren Ländern bewährt. Österreich zieht langsam nach.

Einer Statistik zufolge sind 400.000 Österreicher von einer Depression betroffen.
© iStock

Salzburg – Psychologen der Universität Salzburg haben herausgefunden, dass die Wirksamkeit einer klassischen Psychotherapie bei Depression nachhaltig verbessert wird, wenn sie durch Internet-Interventionen oder Apps ergänzt wird. „Internet-Interventionen haben einen interaktiven und handlungsauffordernden Charakter“, erklärt Studienautor Raphael Schuster von der Uni Salzburg gegenüber der Internetplattform futurezone.

Sie seien entweder Teil eines vom Therapeuten festgelegten Behandlungsprotokolls oder auch ein Stand-alone-Programm ohne therapeutische Begleitung. Sie können dabei durchaus unterschiedlich ausfallen, etwa in Form von elektronischen Tagebüchern oder interaktiven Textaufgaben.

„Neben der Kompaktheit, Interaktivität, Multimedialität und Handlungsaufforderung haben Internet-Interventionen auch den Vorteil, dass auf der anderen Seite ein Therapeut sitzt“, ergänzt Schuster.

Gespräch weiterhin von Angesicht zu Angesicht

Effektiv sei auch eine Teletherapie. Zwar gelte in Österreich an sich das Fernbehandlungsverbot, das wurde aber aufgrund der Corona-Krise vorerst zugelassen. Wie die Situation nach der Krise weitergestaltet wird, bleibe laut Schuster vorerst noch offen.

Eine Teletherapie wird über Software wie Skype oder Zoom angeboten, wobei sich das Prozedere selbst nicht ändere, so der Experte. Das Gespräch findet also weiterhin von Angesicht zu Angesicht über Videochat statt. Die Studienergebnisse würden zeigen: Die Kombinationstherapie bringt einen ähnlichen Zusatznutzen wie die Kombination von Psychotherapie und Psychopharmaka. (TT.com)


Kommentieren


Schlagworte