Tennis-Pendler Kopp nimmt in Wels den Hattrick ins Visier

Im dritten Turnier der ÖTV Challenge Series (ab heute) peilt der Tiroler Sandro Kopp den dritten Sieg an. Der 20-jährige Kramsacher ist in Hochform.

Der 20-jährige Kramsacher Sandro Kopp gewann nach der Tennis-Pause zu Corona-Zeiten die beiden ÖTV-Turniere in Neudörfl und Vogau.
© gepa

Von Roman Stelzl

Kramsach – Per se klingt es ja widersinnig: Jemand, der zu Fuß 30 Sekunden zum Tennisplatz braucht, setzt sich fünfmal die Woche gut 45 Minuten lang für 70 Kilometer Fahrstrecke ins Auto, um Tennis zu spielen. Es ist nicht die logischste Rechnung – doch unter dem Strich ist es eine, die einfach aufgehen muss.

Dass Sandro Kopp seit sechs Jahren beharrlich zwischen Kramsach und der ESTESS-Tennis-Academy pendelt, zeigt ja erst, wie sehr der 20-Jährige von seinem Weg überzeugt ist.

Am Sonntag schloss Kopp die Autotüre aber nicht mit dem Ziel Seefeld, in das er „viel zu oft gefahren ist, um das nachzählen zu können“. Dieses Mal ging es nach Wels. Dort beginnt am Montag Teil drei der ÖTV Challenge Series, einer verbandsinternen Turnierreihe, die zu Corona-Zeiten ins Leben gerufen wurde, damit die Spieler Praxis sammeln können. Bei den ersten beiden Turnieren hieß der Sieger Sandro Kopp. Und geht es nach der Nummer elf im ÖTV (801. im ATP-Ranking), soll das auch in Wels so sein.

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„Es läuft derzeit richtig gut. Von mir aus kann es gerne so weitergehen“, sagt der 1,84 Meter große Roger-Federer-Fan, der im Vorjahr auf sich aufmerksam machte. Zuerst zog Kopp ins Finale des ITF-Turniers von Kramsach ein, danach feierte er bei den Generali Open in Kitzbühel den ersten Tiroler Quali-Sieg seit 2007.

Das alles ist Wasser auf die Mühle – genauso wie das Duell mit Dominic Thiem bei der Austrian Pro Series, wo er dem Weltranglisten-Dritten einen Satz abnahm.

„Ich habe mich durch die Spiele sicher weiterentwickelt“

Nach der Zwangspause Corona-Zeit („Das war wie ein längeres Trainingslager ohne Tennis“) konnte Kopp so wie viele vom gemeinsamen Training profitieren. „Die Besten von ganz Österreich waren an einem Platz versammelt, bessere Matches bekommst du nicht“, schwärmt der Schützling von Hakan Dahlbo und ergänzt: „Ich habe mich durch die Spiele sicher weiterentwickelt.“

Vorerst muss der nach Alexander Erler (494.) zweitbeste Tiroler sich aber auf nationale Turniere konzentrieren. Eine Rückkehr der Future-Bewerbe ist noch ungewiss, ein Startplatz ob des Andrangs eine knifflige Sache. So lange muss sich Kopp also geduldig zuhause vorbereiten. Das sollte passen. Denn dass er einen langen Atem hat, hat der „Tennis-Pendler“ schon längst bewiesen.


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