Chancen für die WSG Tirol steigen: Mattersburg in Bundesliga „unrealistisch"

Wie Landeshauptmann Hans Peter Doskozil klarstellte, sei das Land Burgenland nicht dazu da, mit Steuermitteln einen Verein zu führen. Auch Verbandspräsident Gerhart Milletich sieht kaum Hoffnung für den SVM.

Innsbruck – Die Zeichen verdichten sich, dass die WSG Tirol auch in der kommenden Saison in der Bundesliga vertreten ist. Denn dem SV Mattersburg dürfte es für eine Fortführung ganz einfach an den nötigen finanziellen Mitteln fehlen.

Vom Land Burgenland dürfe sich der vom Bilanzskandal und dem damit verbundenen Aus der Commerzialbank (Hauptsponoser des SVM) arg gebeutelte (Noch-)Bundesligist keine Hilfe erwarten. Das stellte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil am Montag klar. "Das Land Burgenland ist nicht dazu da, mit Steuermitteln einen Fußballverein zu führen", sagte der SPÖ-Politiker auf einer Pressekonferenz. Man bemühe sich jedoch intensiv um die Übernahme der Nachwuchs-Akademie.

Bereits am Wochenende hatte der Rücktritt von Vizepräsident Richard Woschitz für Aufsehen gesorgt. Sein Mandant habe "keine validen und vollständigen Informationen über die Finanzen und den Zustand" des Clubs erhalten, erklärte Woschitz-Anwalt Johannes Zink. "Er hätte gerne mit vollem Tatendrang für den Verein gearbeitet", das sei unter den aktuellen Umständen aber nicht möglich. Ein möglicher "Retter" des Vereins fällt damit aus.

Im Zuge des Bilanzskandals um die Mattersburger Commerzialbank hatte Clubpräsident Martin Pucher, der der Bank vorstand, am Mittwoch eine "geordnete Übergabe" angekündigt. Laut Zink habe Pucher sein Amt aber noch inne. Defacto steht der SVM jedenfalls nicht nur ohne seinen jahrzehntelangen Club-Regenten, sondern auch ohne den Großsponsor da.

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"Weil niemand da ist, der handlungsfähig ist"

Für den Präsidenten des Burgenländischen Fußballverbands, Gerhart Milletich, ist die Lage bedrohlich. Es sei "unrealistisch", dass der SVM auch künftig in der Bundesliga zu sehen sein wird, sagte Milletich am Montagnachmittag. "Das entspricht meiner Einschätzung. Weil niemand da ist, der handlungsfähig ist", sagte der Verbandschef.

Die Bundesliga hatte den SVM bereits zur Stellungnahme beim für Lizenzverfahren zuständigen Senat 5 aufgefordert. Dazu haben die Burgenländer noch bis Freitag Zeit.

Durch das Aussetzen der finanziellen Kriterien im Lizenzierungsverfahren wegen der Corona-Krise würde Mattersburg im Falle eines Sanierungsverfahrens kein Zwangsabstieg drohen, sondern ein Sechs-Punkte-Abzug für die kommende Saison sowie eine Personalkostenbremse. Bei einem Konkurs oder freiwilligen Lizenz-Verzicht würde für Mattersburg der Zwangsabstieg folgen und der sportliche Absteiger WSG Tirol bliebe in der Bundesliga. Die Chancen der Tiroler wachsen mit jedem weiteren Tag der Ungewissheit beim SVM ... (TT.com, APA)


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