Vertrag unterzeichnet: Rettungsdienst Tirol bis 2030 verlängert

Am Montag wurden die Vertragsunterzeichnungen zwischen Land Tirol, ÖGK und der Rotes Kreuz Gemeinnützige Rettungsdienst GmbH bekannt gegeben.

Der Tiroler Rettungsdienst ist für weitere zehn Jahre an die Rotes Kreuz Tirol gemeinnützige Rettungsdienst GmbH vergeben worden.
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LH Günther Platter: "Die Tiroler Lösung hat sich bewährt und wird auch die kommenden zehn Jahre fortgesetzt."
© Julia Hammerle

Innsbruck – Es war ein holpriger Start vor zehn Jahren mit einigen finanziellen Nachwehen. Damit der neue Rettungsdienst funktioniert, mussten einige Millionen Euro nachgeschossen werden. Gestern wurde der neue Rettungsdienstvertrag für weitere zehn Jahre abgeschlossen: 41,85 Millionen Euro zahlt die öffentliche Hand dafür, 43 Prozent der Kosten übernimmt die Österreichische Gesundheitskasse. Mit dem neuen Kollektivvertrag für die rund 500 Mitarbeiter erhöht sich die Leistungsabgeltung im Jahr 2021 um 3,5 Millionen Euro.

Factbox: Rettungsdienst in Tirol

➤ Einsätze 2019: rund 133.000 (durchschnittlich 364 Rettungseinsätze pro Tag)

➤ Krankentransporte 2019: über 183.000 (durchschnittlich 503 Krankentransporte pro Tag)

➤ Insgesamt: (Rettungstransport, Notarzteinsatzfahrzeug, Krankentransport): über 356.000 verzeichnete Einsätze (durchschnittlich pro Tag circa 920 Einsätze). Hinweis: Während der Corona-Krise wurde ein Rückgang an Einsätzen von 50 Prozent verzeichnet.

MitarbeiterInnen im Rettungsdienst: über 500

➤ Freiwillige im Rettungsdienst: über 2800 , diese leisteten im Jahr 2019 über 501.000 Stunden

➤ Zahl der ZivildienerInnen im Rettungsdienst: über 450

Weitere Informationen:

  • 226 Rettungsfahrzeuge in Tirol
  • 11 eigenständige Rot-Kreuz-Bezirksstellen
  • 42 Rot-Kreuz-Wachen
  • 13 Stützpunkte für Notarzteinsatzfahrzeuge

Dem Rettungsdienst gehören unter Führung des Roten Kreuzes der Samariterbund Tirol, die Johanniter-UnfallHilfe, der Malteser Hospitaldienst und der Österreichische Rettungsdienst an. Zusätzlich zum neuen Vertrag wurde ein begleitender Rettungsausschuss installiert, der die Weiterentwicklung begleiten wird. Die Rettung ist eine der Säulen im Tiroler Gesundheitswesen. Durchschnittlich gibt es 920 Rettungs- und Krankentrasporte sowie Noteinsätze pro Tag. 2800 Freiwillige leisteten 2019 rund 501.000 Einsatzstunden. Und mehr als 450 Tiroler absolvieren jährlich beim Rettungsdienst ihren Zivildienst.

„Die Tiroler Lösung hat sich bewährt und wird auch die kommenden zehn Jahre fortgesetzt – die Menschen in Tirol können sich weiterhin darauf verlassen, dass ihnen in Notfallsituationen oder bei notwendigen Transporten die schnellst- und bestmögliche Hilfe zuteilwird“, betont LH Günther Platter (VP). Für Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (VP) hat das Land Tirol gemeinsam mit den Sozialversicherungsträgern sowie dem Tiroler Gemeindeverband und der Stadt Innsbruck die Weichen für einen innovativen Rettungsdienst der Zukunft gestellt.

Zufrieden ist auch der Präsident des Tiroler Roten Kreuzes, Robert Moser. „Aufgabe des Roten Kreuzes ist es, Menschen rasch und professionell zu helfen, wenn sie in Not sind. Die Menschen in Tirol können sich darauf verlassen, dass das Rote Kreuz Tirol samt seinen Partnerorganisationen da ist, wenn Hilfe nötig ist.“ (pn)

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Diskussionen über Neubau in Innsbruck

Innsbruck – Dass das Land Tirol über den neuen Rettungsdienstvertrag hinaus den Neubau des Innsbrucker Roten Kreuzes finanziell tatkräftig unterstützt, sorgt innerhalb des Rotkreuz-Landesverbands für Diskussionen. Vom Dienstleistungsvertrag wird nämlich auch die Infrastruktur umfasst. Trotzdem leistet das Land für den mit 21,2 Millionen Euro bezifferten Neubau in den nächsten 30 Jahren einen jährlichen Zuschuss von 272.000 Euro – insgesamt 8,2 Millionen Euro. Die Stadt Innsbruck wird denselben Beitrag leisten.

Hinter den Kulissen wird von einer Bevorzugung von Innsbruck gesprochen, offenbar sollen die zuständigen Beamten im Land dagegen gewesen sein. Nach der gestrigen Vertragsunterzeichnung gab es deshalb ein Gespräch auf höchster Ebene mit LH Günther Platter. Schließlich geht es um die Gleichbehandlung aller Bezirksstellen in Tirol. Im Land wird die Beteiligung damit argumentiert, dass das Rote Kreuz Innsbruck bezirksübergreifend auch die Gemeinden in Innsbruck-Land betreut.

Der Obmann des Roten Kreuzes Innsbruck, Ruper­t Stöckl, verweist darauf, dass das Rote Kreuz Innsbruck auch eine große und niederschwellig zugängliche Palette an Sozialleistungen für die Bevölkerung anbiete. (pn)

Reaktionen

▶️ Gerhard Czappek, Landesgeschäftsführer Samariterbund Tirol: „In den vergangenen zehn Jahren ist es unter der Führung der Rettungsdienst GmbH gelungen, aus fünf Organisationen eine funktionierende Partnerschaft entstehen zu lassen."

▶️ Nikola Schmidinger, Malteser Hospitaldienst Austria: „Die Malteser sind sehr stolz, als kleinste, aber rein ehrenamtliche Organisation auch in den kommenden zehn Jahren Teil dieses großen Projektes zu sein."

▶️ Franz Bittersam, Geschäftsführer Johanniter Tirol: „Wir freuen uns, dass die erfolgreiche Zusammenarbeit mit allen Einsatzorganisationen weiterhin fortgesetzt werden kann und danken dem Land Tirol für das Vertrauen in eine qualitätsvolle Rund-um-Versorgung der Bevölkerung durch die Tiroler Einsatzkräfte.“


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