„Piefke-Saga"-Fortsetzung kommt als Stück zum Steudltenn Festival

Felix Mitterer hält am Samstag die Festrede zum 10. Geburtstag und hat den Zillertalern ein Stück zu seinem TV-Klassiker versprochen.

Felix Mitterer.
© APA

Uderns – Das Theaterfestival Steudltenn im Zillertaler Uderns feiert 10. Geburtstag. Zum Geburtstagsfest am 25. Juli haben sich Unternehmer Heini Staudinger und Autor Felix Mitterer angesagt. Letzterer ist auch mit einer Lesung aus dem Roman "Keiner von Euch" und einer Aufführung von „Mein Ungeheuer" Teil des Festivals. Und er hat versprochen, für das Steudltenn eine „Piefke-Saga"-Fortsetzung zu schreiben.

Die Ereignisse rund um den Corona-Hotspot Ischgl haben Mitterer ja motiviert, eine Fortsetzung des umstrittenen vierteiligen Fernsehklassikers der frühen 1990er zu schreiben. Im März 2021 soll die neue Folge mit dem alten Team gedreht werden. Im Zillertal soll eine Bühnenversion uraufgeführt werden. „Er sagt, es wird aber nicht einfach eine Theaterfassung, sondern etwas ganz anderes", erzählt Festival-Gründer und -Leiter Hakon Hirzenberger im Gespräch mit der APA. Als Spielort wäre das Hotel Lamark von Alexander Fankhauser in Hochfügen ideal. Hier, auf .500 Meter Seehöhe, wurden im Rahmen des Festivals bereits einige Mitterer-Stücke aufgeführt.

Proben wurden via Skype fortgesetzt

Dass es von 25. Juli bis 9. Oktober überhaupt ein zehntes Festival gibt, gleicht einem zweifachen Wunder. Zum einen wurde die Jubiläumsedition, die eigentlich schon im April starten hätte sollen, mitten in den Proben vom Corona-Shutdown erwischt und hing an einem seidenen Faden. „Wir haben zunächst unsere Proben via Skype fortgesetzt, haben aber irgendwann allen gesagt, sie sollen nach Hause fahren", sagt Hirzenberger. „Schließlich wird bei der Rock-Pop-Oper 'Graceland' geschrien, geküsst, gesungen und geschlagen – also alles, was man derzeit auf der Bühne nicht machen soll."

Zum anderen ist es wirklich außergewöhnlich, was in den vergangenen Jahren in der kleinen Zillertaler Gemeinde passiert ist. In den zur Bühne umgebauten 700 Jahre alten Heustadl und an zahlreiche Nebenspielstätten sind seither an die 100.000 Besucher gekommen und haben über 600 Künstler gesehen. „Besonders stolz bin ich auf unsere Vielfalt, darauf, dass wir wirklich für alle Generationen etwas bieten", sagt der 54-jährige Theatermann. „Und darauf, dass wir fast jedes Jahr eine Uraufführung machen konnten. Das ist nicht selbstverständlich!"

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Heuer auf freiem Feld oder mit Babyelefanten in der Scheune

Die am Samstag startende Corona-Edition ist reichhaltig wie immer, aber doch anders geworden. Anders etwa, weil bei Schönwetter mitten im Feld Open Air gespielt wird. „Eine 'Bühne unter Sternen' mitten in den Alpen könnte Kult sein", meint Hirzenberger, der in Wien geboren wurde und ins Zillertal geheiratet hat, „andererseits ist das Wetter in Tirol für Opern-Air-Veranstaltungen eigentlich eine Zumutung." Wenn es also regnen sollte, kann ein „Schönwetterkarten" genannter Teil der Tickets nicht in Anspruch genommen werden, der Rest begibt sich in die Scheune, wo kleine Babyelefanten aus Holz für den nötigen Abstand sorgen. Finanziell und organisatorisch eigentlich ein Fiasko, „aber es ist wichtig, die kulturelle Verantwortung wahrzunehmen" – zumal in einem Bundesland, das in Sachen Corona für reichlich Negativschlagzeilen gesorgt hat.

Viel zum Lachen und zum Feiern ist auch heuer wieder dabei, aber zweimal spielt auch der Tod mit: Zum einen in der von Hirzenberger inszenierten „todsicheren Komödie" „Mein Freund Kurt", zum anderen in einer Lesung des Ex-Jedermanns Peter Simonischek mit Brigitte Karner: „Auf dem Schlachthof" lernen einander eine Kuh und ein Stier kennen und lieben. Für ein Happy End ist es aber zu spät. Auf Corona nimmt im Programm nicht nur eine Lesungsreihe mit „Weltliteratur der Pandemie", sondern auch eine Serie von fünf Monologen Bezug, die von 3. bis 6. September als „Stationentheater von einer Couch zur anderen" geboten wird. Fünf Autoren haben sich Gedanken darüber gemacht, was uns alles noch erwarten könnte. Hirzenberger: „Das wird wohl ein bisschen zur Gruppentherapie werden." (APA)


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