Österreich für bessere Vernetzung der Forschungssysteme in der EU

Wissenschaftsminister Heinz Faßmann plädiert für "weniger Informationsaustausch und mehr konkrete Inhalte" bei der Erneuerung des Europäischen Forschungsraumes. Die EU-Wissenschaftsminister wollen sich in einer Videokonferenz austauschen.

Wissenschaftsminister Heinz Faßmann
© Michael Kristen

Wien, Brüssel – Österreich wünscht sich "weniger Informationsaustausch und mehr konkrete Inhalte", wenn es um die Erneuerung des vor 20 Jahren ins Leben gerufenen Europäischen Forschungsraumes (ERA) geht. "Ein Vorschlag von uns ist zum Beispiel, dass wir uns auf einige wenige Schlüsselmaßnahmen konzentrieren und diese dann auch tatsächlich realisieren", sagte Wissenschaftsminister Heinz Faßmann am Dienstag.

Dazu zählt für Österreich die bessere Vernetzung der Forschungssysteme, wie Faßmann in seinem Statement bei einer informeller Videokonferenz mit seinen Amtskollegen erklärte. Er tritt auch dafür ein, gemeinsame Prinzipien und Werte in der Wissenschaft in einem rechtlich bindenden Dokument zu definieren, und das Lernen von im Forschungsbereich erfolgreichen EU-Länder zu fördern.

Faßmann zum Ergebnis des EU-Gipfels

Faßmann (ÖVP) hat sich am Dienstag "sehr zufrieden" mit dem Ergebnis der Verhandlungen über das nächste EU-Budget für den Forschungs- und Bildungsbereich gezeigt. "Das Forschungsrahmenprogramm Horizon als auch das Mobilitätsprogramm Erasmus+ sind zwei Bereiche, bei denen Österreich überproportional profitiert hat", so Faßmann. Beide Bereiche verzeichneten nun ein Plus.

➤ Das Erasmus+-Mobilitätsprogramm soll laut den Informationen des Wissenschaftsministeriums der Position des Europäischen Rates zufolge mit 21,2 Milliarden Euro ausgestattet werden und kann damit ausgebaut werden. Während der laufenden Finanzperiode seien es 14,7 Milliarden Euro gewesen.

➤ Ebenfalls höher dotiert als sein Vorgängerprogramm Horizon 2020 soll das zukünftige Forschungsrahmenprogramm Horizon Europe werden. Das Budget sehe nun 80,9 Milliarden Euro dafür vor, 5 Milliarden Euro davon kommen aus dem Aufbaufonds "Next Generation EU", hieß es.

➤ Auch in anderen Programmen sei die Förderung von Forschung nun vorgesehen, teilte das Wissenschaftsministerium mit. Die Strukturfonds der EU werden demnach stärker Forschungsinfrastruktur investieren, finanzielle Unterstützung für Forschungsfragen auch von dem Programm "Digital Europe" kommen.

EU-Forschungskommissarin Mariya Gabriel hat es sich zum Ziel gesetzt, den Europäischen Forschungsraum zu "revitalisieren", um ihn "in einem sich global verändernden Umfeld zukunftsfähig zu machen". Ziel sei es, im Forschungs- und Innovationsbereich "kritische Masse zu erreichen", sagte EU-Forschungschef Jean-Eric Paquet im Februar. (APA)

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