Doppelmord im Burgenland: 59-Jähriger erwürgte Frau und Mutter

Der Mann beging anschließend Selbstmord. Er hatte die Tat via Notruf zuvor gegenüber der Polizei zugegeben. Der 59-Jährige hatte Ehefrau und Mutter jahrelang gepflegt. Die Polizei geht von Überlastung als Motiv aus.

Beamte fanden die 64-Jährige und die 92-Jährige leblos im Wohnhaus der Mutter.
© ROBERT JAEGER

Lutzmannsburg – Ein 59-jähriger Mann hatte am Mittwochabend in Strebersdorf (Bezirk Oberpullendorf) seine 64-jährige Frau und seine 92-jährige Mutter getötet. Er habe kurz nach 21.30 Uhr einen Notruf abgesetzt und den Beamten dabei mitgeteilt, dass er seine Frau und seine Mutter umgebracht hat, berichtete die Landespolizeidirektion Burgenland. Im Zuge des Gesprächs kündigte er auch seinen Suizid an. Der Notrufbeamte habe daraufhin in einem längeren Gespräch versucht, den Mann von seinem Vorhaben abzuhalten, sagte Polizeisprecher Heinz Heidenreich. Im Anschluss an das Telefonat nahm er sich aber in Lockenhaus bei der Margarethenwarte das Leben.

Die beiden Opfer konnten an der Wohnadresse der Mutter nur noch tot aufgefunden werden. Er dürfte die Frauen mit bloßen Händen erwürgt haben, sagte Polizeisprecher Heinz Heidenreich am Donnerstagnachmittag zur APA. Der Mann habe die Frauen jahrelang gepflegt. Das Tatmotiv dürfte die Überlastung mit der Pflegesituation gewesen sein.

📽 Video | Doppelmord im Burgenland: Überlastung als mögliches Motiv

"Die eine dürfte von der anderen nichts mitbekommen haben"

Der 59-Jährige dürfte seine Ehefrau und seine Mutter nacheinander in ihren Betten in getrennten Schlafräumen, in denen Polizisten die Opfer später auch aufgefunden haben, erwürgt haben. "Die eine dürfte von der anderen nichts mitbekommen haben", sagte Heidenreich.

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Beide Frauen seien Pflegefälle gewesen, der Mann habe sich seit mehreren Jahren um sie gekümmert. Die Familie habe auch eine Pflegerin aus Rumänien gehabt, die aber aufgrund der Corona-Krise nicht mehr gekommen sei, bestätigte Heidenreich Medienberichte.

Es werde wohl keine Obduktion angeordnet. Derzeit würden die Ermittlungen zwar noch laufen, der Fall dürfte laut Polizei aber bald abgeschlossen werden. (APA, TT.com)

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Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Suizidgedanken betroffen sind, finden Sie hier Hilfe:

Die Telefonseelsorge ist unter 142 kostenfrei rund um die Uhr jeden Tag erreichbar. Die Beratung ist vertraulich. Mail- und Chatberatung: www.onlineberatung-telefonseelsorge.at

Rat auf Draht: kostenloser Notruf für Kinder und Jugendliche, Tel. 147 (ohne Vorwahl) rund um die Uhr, www.rataufdraht.at

Pro mente: promente-tirol.at

Psychiatrische Ambulanz der Innsbrucker Klinik: Tel. +43 (0)50 504 23648

Notaufnahme des MZA, Anichstraße 35, Innsbruck; Tel. +43 (0)50 427 057

Psychosozialer Dienst in Hall in Tirol: www.psptirol.org, Tel. +43 (0)52 2354 9 11

Kriseninterventionsdienst des Roten Kreuzes: Notruf 144


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