Sarah Wiener muss für ihre Restaurants Insolvenz anmelden

Sarah Wiener betrieb je zwei Restaurants in Berlin und Hamburg und hatte nach ihren Angaben zuletzt rund 120 Mitarbeiter.

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Die prominente (Fernseh-)Köchin und Buchautorin Sarah Wiener sitzt für die Grünen im Europaparlament. (Archivfoto)
© Karo Pernegger

Wien, Berlin – Die in Deutschland tätige österreichische EU-Abgeordnete und Fernsehköchin Sarah Wiener (Grüne) ist mit ihrem Unternehmen pleitegegangen. Gestern hat sie für ihre Restaurants und ihr Catering Insolvenz angemeldet, postete sie am Donnerstagvormittag auf Facebook.

Für mich geht damit vorerst meine dreißig Jahre dauernde Catering- und Gastronomie-Ära zu Ende.
EU-Abgeordnete Sarah Wiener

Wieners Gastronomieunternehmen hatte nach ihren Angaben zuletzt rund 120 Mitarbeiter. Sie betrieb je zwei Restaurants in Berlin und Hamburg. Schon in der Zeit des Shutdowns während der Corona-Krise hatte Wiener von einer „Vollkatastrophe" gesprochen. „Besonders bitter ist das für meine Mitarbeiter, die zum Teil weit über 15 Jahre mit mir gekocht und gearbeitet haben", schrieb die EU-Parlamentariern heute und bedankte sich beim Personal für seinen Einsatz.

Zur Person

➤ Die 57-Jährige gründete 1990 ihren ersten Catering-Betrieb und versorgte zunächst vor allem Filmcrews bei Dreharbeiten. Auf diese Weise machte sich die gebürtige Westfälin schnell einen Namen. In den späteren Jahren folgten die Eröffnung von Cafés und Restaurants.

Bei der Wahl zum Europaparlament 2019 kandidierte Wiener als Parteilose für die Grünen und wurde Abgeordnete. Sie ist für ihre Fraktion Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz.

Laut der NGO Transparency International, die die Nebeneinkünfte der EU-Parlamentarier schätzt und auflistet, verdiente Wiener (Stand September 2019) zwischen 30.072 und 155.952 Euro jährlich. Als EU-Parlamentarierin erhält sich monatlich 8020,53 Euro brutto.

„Es ist schmerzhaft, dass Corona nun auch unsere Gastronomie erwischt hat", so Wiener weiter. „Hoffen wir, dass viele viele Hotel- und Gastronomiekollegen in ganz Deutschland und Österreich, in ganz Europa und darüber hinaus, durchhalten können und Licht am Ende des Tunnels sehen. Wir konnten es nicht mehr." (APA)


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