„Zahltag“ für Mattersburg ist „Lostag“ für die WSG Tirol

Der SV Mattersburg muss sich heute bei der Bundesliga erklären. Und die WSG Tirol hofft auf eine baldige Entscheidung, wohin die Reise geht.

Wohin geht die Reise für Thomas Silberberger und Co.?
© APA/EXPA

Wattens, Wien – Während WSG-Tirol-Coach Thommy Silberberger nach seinem schweren Motorradunfall und komplizierter Unterschenkelfraktur nach langen, schmerzhaften Wochen gestern seinen ersten Tag ohne Krücken bestritt, geht der SV Mattersburg im Osten des Landes schwer am Stock. Nach dem Skandal (u. a. Vorwurf der Bilanzfälschung) der Commerzialbank in Mattersburg um Ex-SVM-Obmann Martin Pucher und dem Rücktritt seines Vizepräsidenten, Richard Woschitz, war auch am gestrigen Tag nicht klar, wer die Geschicke bei den Burgenländern in Zukunft leiten soll. Es riecht nach Abstieg, das wäre gleichzeitig der Bundesliga-Klassenerhalt für die WSG.

Als Ansprechpartnerin gegenüber der Bundesliga soll beim SV Mattersburg Pucher-Tochter Ines fungieren, die für die Austria Presse Agentur (APA) gestern nicht zu erreichen war. Dafür sah auf Nachfrage Johannes Wutzlhofer, ein vom Club angefragter Rechtsanwalt und Mitglied des Senats 1 (Straf- und Beglaubigungsausschuss) der Bundesliga, die Lage offenbar ähnlich dramatisch wie viele Insider. Er teilte im Zuge dessen mit, dass er die Vertretung nicht übernehmen werde. Es gebe keinen Ansprechpartner und niemanden, der einen Auftrag erteilt habe.

TV-Vertrag beruht auf Liga mit zwölf Vereinen

Heute müssen die Burgenländer dem Lizenzausschuss der Bundesliga ihre finanzielle Situation darlegen. Weil die Commerzialbank vor der Liquidation steht und gleichzeitig Hauptsponsor war, sieht die Lage denkbar düster aus. Zudem sollen auch andere Sponsoren des SVM ihr Geld dort eingelagert haben. Und Strohhalme, etwa dass Nedeljko Malic – der studierte Ex-Kapitän hat offenbar Beziehungen im Energiebereich – den Verein retten kann, scheinen dünn. Der Bankenskandal und die Corona-Krise locken Sponsoren zur Stunde ja nicht gerade an.

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Ein Insolvenzantrag käme dem Abstieg gleich, ein freiwilliger Rückzug in Liga zwei seitens der Burgenländer wäre ebenfalls möglich. Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer fordert vom SV Mattersburg in jedem Fall heute „rechtsverbindliche Aussagen“ ein. Denn wenn die Burgenländer am 11. September tatsächlich in die neue Bundesliga-Saison starten wollen, ist keinem geholfen, wenn dann möglicherweise Wochen später der finanzielle Kollaps droht. Zumal die Bundesliga ja auch einen TV-Vertrag mit Sky hält, der auf der Basis von zwölf Vereinen beruht.

„Wir hängen komplett in der Luft“, harrt Silberberger der Dinge, wie und vor allem auch wann die Bundesliga entscheidet. Schließlich will man bis zum Trainingsstart – der ist für 3. August, unabhängig ob Liga eins oder zwei, geplant – in der Kadererstellung voranschreiten. „Wenn es doch Bundesliga heißt, gibt es einen Riesenpool an Spielern“, notiert er kurz.

Fußball-Tirol blickt heute durchaus gespannt nach Wien. Zumal man ähnliche Pleiten in der Vergangenheit selbst erlebte ... (lex)


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