Mattersburg nahm bei Bundesliga Stellung: WSG weiter in Warteschleife

Die Frage nach der Liquidität des SV Mattersburg blieb gestern nach der ersten Stellungnahme bei der Fußball-Bundesliga offen. Somit wird auch die Ligazugehörigkeit der WSG Tirol erst in einigen Tagen geklärt.

Mattersburg-Torhüter Markus Kuster verabschiedete sich am Donnerstag und heuerte beim deutschen Zweitligisten KSC an.
© GEPA pictures/ Johannes Friedl

Mattersburg – Von Alex Gruber

Wien, Wattens – Wer am gestrigen Tag daran glaubte, dass seitens der Bundesliga eine definitive Entscheidung über die Zukunft und Ligazugehörigkeit des SV Mattersburg fallen wird, gehört vermutlich zur Kategorie der unverbesserlichen Berufsoptimisten. Denn der Bilanzskandal um die Commerzialbank (Klub-Hauptsponsor)und deren Ex-Chef sowie Ex-SVM-Obmann Martin Pucher zieht ja längst größere (politische) Kreise, die nicht nur den grünen Rasen betreffen. Da fiel es in dieser Woche auch den verbliebenen Vereinsverantwortlichen schwer, Licht in dieses finanzielle Dunkel zu bringen. Und so rückt die Entscheidungsfindung wieder einige Tage in die Ferne.

Kurz vor 19.30 Uhr – WSG-Sportmanager Stefan Köck weilte zu dieser Uhrzeit bei einem Testspiel der zweiten Mannschaft in Volders – kam gestern dann die erwartete Meldung seitens der Liga: Der SV Mattersburg habe gestern fristgerecht eine erste Stellungnahme zu den Fragen des Senats 5 der Österreichischen Fußball-Bundesliga eingebracht. Diese werde nun inhaltlich geprüft und in der kommenden Woche bei einer Sitzung des Gremiums behandelt, um so rasch wie möglich Klarheit zu besitzen, wie sich die beiden obersten Spielklassen im rot-weiß-roten Profifußball zusammensetzen.

Doskozil sieht jetzt die Funktionäre am Zug

Mattersburg –Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) sieht im Bilanzskandal um die Mattersburger Commerzialbank die Funktionäre des SV Mattersburg am Zug. Sie seien nun berufen, die wirtschaftliche Situation zu erklären. Das Land habe jedenfalls „kein Interesse“, einen Bundesligaverein zu führen, bestätigte Doskozil gestern. In Bezug auf die Fußballakademie gebe es erste Gespräche.

Die Akademie soll, ungeachtet der weiteren Entwicklung beim Club, erhalten bleiben. Angedacht ist ein neues Landessportzentrum für das Nordburgenland. Doskozil geht davon aus, dass die Frage, ob der SV Mattersburg fortgeführt werden könne oder nicht, die Bundesliga noch bis in den August hinein beschäftigen werde. (APA, TT)

„Ich ersuche die Verantwortlichen des SV Mattersburg im Namen der Österreichischen Fußball-Bundesliga, schnellstmöglich Klarheit darüber zu schaffen, ob der Spielbetrieb für die Saison 20/21 gesichert ist. Sollte dies nicht der Fall sein, müssen auch im Interesse aller anderen Klubs unverzüglich die notwendigen Schritte gesetzt werden“, ließ Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer in der Liga-Aussendung verlautbaren. Bei einer Insolvenz droht dem SVM ja der Zwangsabstieg, was gleichzeitig den Klassenerhalt für die WSG Tirol bedeuten würde, die weiterhin zwischen den (Planungs-)Stühlen „Liga eins oder zwei“ sitzt.

Die mächtigen Pappeln beim Mattersburger Stadion haben mit dem dortigen Sportverein schon weit bessere Fußballzeiten erlebt.
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„Für mich ist es keine Überraschung, dass es im österreichischen Fußball etwas länger dauert. Wir werden weiter abwarten und hoffen, dass die Liga bis zum Saisonstart (ÖFB-Cup Ende August) eine Entscheidung findet“, kommentierte WSG-Sportmanager Köck, dem am Transfermarkt somit weiter die Hände gebunden sind.

„Es nützt nichts. Ich habe nicht erwartet, dass gleich eine Entscheidung fällt. Und wenn sie fällt, muss sie sitzen. Ich will mich nicht künstlich aufregen“, notierte WSG-Cheftrainer Thommy Silberberger, der kommende Woche bei Strandspaziergängen in Italien seinen operierten Knöchel wieder in Bewegungs-Form bringen will. In der Hoffnung, dass die Würfel dann für die WSG fallen ...


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