Tirol hinkt im Vergleich mit anderen Bundesländern hinterher

Der Tiroler Volleyballsport soll wieder vor den Vorhang geholt werden, doch die Beteiligten beklagen zu wenig Unterstützung.

TVV-Präsident Hans Kotek und VC-Tirol-Obfrau Therese Achammer wollen Volleyball wieder in den Fokus rücken.
© Hochschwarzer

Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck – „Talente hätten wir genug“, sagt Hans Kotek und atmet tief durch, „nur bei der Infrastruktur hakt es.“ Der Präsident des Tiroler Volleyballverbandes will den Traditionssport wieder vermehrt in den Fokus rücken, die Corona-Pause als Chance nützen. Es gelte, neu durchzustarten und sich in der Öffentlichkeit besser zu etablieren, immerhin sei man hinter Fußball als Mannschaftsballsport ganz klar die Nummer zwei. 23 der 44 Tiroler Klubs seien Hobbyvereine – ein Beweis für die Breite vor allem im Jugendbereich, denkt Kotek laut, „und wir haben auch vier Tiroler Klubs, die in nationalen Bundesliga-Bewerben spielen“. Da könne man selbst mit König Fußball mithalten, sagt er und schmunzelt.

Die große Sorge bleibt der Kampf um Trainingszeiten in der Halle, vor allem bei den beliebten Terminen am Nachmittag: „In kleineren Gemeinden klappt es meist ganz gut, nur in Innsbruck ist es sehr schwierig.“ Zum einen aufgrund der Ausstattung (wie etwa auch die Hallenhöhe), zum anderen sei die Konkurrenz groß. „Wenn ich einen Platz in der USI-Halle möchte, dann muss ich mich zwei, drei Jahre im Vorhinein schon anmelden“, beklagt Therese Achammer, Obfrau des Bundesliga-Klubs VC Tirol. Viele Sportarten würden in die Hallen drängen, der Platz sei jedoch knapp: „Da bleiben traditionelle olympische Sportarten auf der Strecke.“

Die Konkurrenz wie Handball oder Basketball will man indes mit ins Boot holen. „Wir wissen, dass wir mit dem Kampf um die Hallenzeiten nicht alleine dastehen. Einer Sportstadt, als die sich Innsbruck ja gerne bezeichnet, ist die derzeitige Lage aber nicht würdig“, bemängelt TVV-Präsident Kotek. Im Vergleich mit anderen Bundesländern hinke man ohnehin hinterher, zugegebenermaßen auch aufgrund unterschiedlicher Prioritäten: „Der Kärntner Landeshauptmann ist ja auch der Präsident des Volleyballverbandes. Wir würden uns aber schon über ein bisschen mehr politischen Willen freuen.“

Einzig die Olympiahalle erfüllt derzeit alle internationalen Standards. Selbst neue Linien am Boden im Landessportcenter aufzukleben, um das Volleyballfeld klarer abzuheben, sei ein langwieriger Prozess, kritisiert Achammer: „So sehr ich mich für den Einsatz der Betreffenden nach der Corona-Pause bedanke, so sehr ärgert mich, dass sich solche Dinge derart lange hinziehen.“

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Die neue Hallensaison ist indes schon längst angelaufen, auch die Bundesliga-Termine stehen bereits fest: Die Damen beginnen am 26. September (VC Tirol zuhause gegen Salzburg, TI-esssecaffé-volley in Graz).


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