Hurrikan „Douglas“ erreicht Hawaii, „Hanna“-Notstand in Texas

Der Hurrikan „Douglas“ zieht im Pazifik dicht an den Hawaii-Inseln entlang. Am Wochenende hatte der erste Hurrikan des Atlantiks in dieser Saison die US-Küste in Texas getroffen.

Auf Hawaii hat das Warten auf den Hurrikan begonnen.
© RONEN ZILBERMAN

Honululu, Houston – Der Hurrikan „Douglas“ hat im Pazifik die Hawaii-Inseln erreicht. Nach Mitteilung des Nationalen Hurrikan-Zentrums der USA befand sich das Auge des Wirbelsturms am Sonntagabend (Ortszeit, Montagmorgen MESZ) 105 Kilometer ost-nordöstlich von Honolulu, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Hawaii. Mit Windgeschwindigkeiten von 140 Kilometern pro Stunde zog der Sturm langsam in west-nordwestliche Richtung weiter.

Über größere Schäden wurde zunächst noch nichts bekannt. Die Behörden hatten vor lebensgefährlichen und potenziell zerstörerischen Wellen, heftigen Regenfällen und gefährlichen Sturmfluten gewarnt. Auf der Insel Maui wurden die Menschen dazu aufgefordert, zu Hause Schutz zu suchen und Straßen möglichst zu meiden. Hawaii wird nur recht selten von Hurrikanen erreicht.

Die Tropenstürme werden in alphabetischer Reihenfolge benannt, es gibt jedes Jahr jeweils separate Tabellen für den Atlantik und den Pazifik. „Douglas“ ist damit der vierte Sturm dieses Jahres im Pazifikraum.

Hurrikan Douglas (bewegt sich auf die hawaiianischen Inseln zu.
© -

Auf der atlantischen Seite des amerikanischen Kontinents war der Sturm „Hanna“ am Samstag im US-Staat Texas auf Land gestoßen. Er war der erste atlantische Sturm der Saison, der Hurrikan-Stärke erreichte. Am Sonntagabend (Ortszeit) hatte er sich über dem Nordosten Mexikos zu einem tropischen Tief mit Windgeschwindigkeiten von nur noch 45 Stundenkilometern abgeschwächt. Der Wetterdienst warnte weiter vor heftigem Regen und Überflutungen.

„Hanna“ hatte schwere Regenfälle mit sich gebracht. Der Sender CNN berichtete, im Süden von Texas sei infolge des Sturms bei mehr als 250.000 Haushalten der Strom ausgefallen. Gouverneur Greg Abbott hatte für zahlreiche Bezirke in Texas den Notstand ausgerufen.

Video | Texas: 1. Atlantik-Hurrikan der Saison trifft auf Land

„Diese Herausforderung ist kompliziert und wird noch verschärft, wenn man bedenkt, dass er durch ein Gebiet fegt, das das am stärksten von Covid-19 betroffene Gebiet des Bundesstaates ist", sagte Abbott. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität sind in Folge der Corona-Pandemie bisher rund 5000 Menschen allein in Texas gestorben.

Über dem Atlantik erwartete NOAA in diesem Jahr nach einer Vorhersage vom Mai eine überdurchschnittlich aktive Hurrikan-Saison. Von Juni bis Ende November sei mit bis zu zehn Hurrikanen zu rechnen, davon könnten bis zu sechs sehr starke Wirbelstürme werden, hatte die Behörde erklärt. Im Durchschnitt gibt es pro Jahr über dem Atlantik sechs Hurrikane, drei davon entwickeln sich zu Stürmen großer Stärke.

Angesichts verfügbarer Klimadaten und der höheren Wassertemperatur im Atlantik und der Karibik liege die Wahrscheinlichkeit einer normalen Saison nur bei 30 Prozent, die einer unterdurchschnittlichen sogar nur bei 10 Prozent, hieß es damals. US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter, dass seine Regierung die Stürme genau beobachte und mit den betroffenen Bundesstaaten in Kontakt stehe. (dpa)


Kommentieren


Schlagworte