Causa SV Mattersburg zieht sich: WSG Tirol bleibt weiter nur Passagier

Der Lizenzausschuss der Fußball-Bundesliga entscheidet am Mittwoch über die weitere Vorgehensweise im Fall des finanziell angeschlagenen SV Mattersburg. Der Frust bei der WSG Tirol steigt.

Beim SV Mattersburg steht aufgrund des Bilanzskandals um seinen Großsponsor Mattersburger Commerzialbank die Existenzfrage im Raum.
© APA/Jaeger

Von Tobias Waidhofer

Wien, Wattens – In weniger als sieben Wochen (11. September) soll die Meisterschaft der tipico Bundesliga beginnen. Und auch nach der Tagung des Senats 5 am gestrigen Dienstag ist die WSG Tirol immer noch nicht schlauer als vor knapp zwei Wochen, als der Bilanzskandal rund um den Mattersburger Hauptsponsor, die Commerzialbank, bekannt geworden war. Der Senat 5 gab gestern in einer Presseaussendung gegen 19 Uhr lediglich bekannt, dass die Stellungnahme des SV Mattersburg behandelt und ein informatives Gespräch mit Vereinsverantwortlichen geführt wurde. Über das weitere Vorgehen werde erst im Lauf des heutigen Mittwochs entschieden.

„Was die erste Mannschaft betrifft, sind wir quasi handlungsunfähig“, meldet sich gestern ein hörbar frustrierter Manager Stefan Köck zu Wort. Der Trainingsstart sei für kommende Woche geplant. Nur, wer wird dann am Platz stehen? Auch jene Akteure, deren Vertrag nur für die erste Liga gilt? Wie viele Legionäre darf man verpflichten? Und was ist mit den Testspielen? Beantworten kann diese Fragen zeitnah offensichtlich nur der SV Mattersburg selbst.

Denn was Köck am Nachmittag schon geahnt hatte, wurde am Abend dann zur Realität: Die Bundesliga betonte, dass nur der SV Mattersburg für eine raschere Klärung sorgen könne. „Alles, was über den ligainternen Rechtsweg passiert, braucht seine Zeit. Alles, was schneller gehen würde, wären Schritte, die seitens des SV Mattersburg gesetzt werden müssen“, erklärte ein Sprecher. Der Liga droht ein wochenlanger Instanzenzug. Außer der SV Mattersburg gibt schon früher auf. Was bis gestern Abend nicht der Fall war.

Könnte gar irgendwann jener Moment eintreten, in dem auch die WSG Tirol die Lust auf die Bundesliga verliert? „Das werde ich oft gefragt“, beginnt Köck. „Wir haben den Abstieg sofort akzeptiert und der Bundesliga in der Folge kommuniziert, dass wir die zweite Chance wahrnehmen wollen.“ Aber: „Irgendwann sollten wir es wissen. Wir sind keine Lückenbüßer und haben eine Verantwortung für den ganzen Verein, in dem viele tolle Menschen arbeiten.“

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Der Frust, das Unverständnis und der Ärger werden rund um das Gernot-Langes-Stadion immer größer: „Ich hatte mir letzte Woche schon erwartet, dass Mattersburg die Karten auf den Tisch legt.“ Es folgte allerdings nur eine Stellungnahme, mit der auch die Liga dem Vernehmen nach relativ wenig anfangen konnte. „Eine Stellungnahme kann auch ich in fünf Minuten auf einem DIN-A4-Blatt aufsetzen. Dass man das so abhandelt, kann ja nicht nur für uns unzufriedenstellend sein“, schimpft der WSG-Manager. Die WSG Tirol bleibt aktuell ein Passagier, das Lenkrad hat der SV Mattersburg in der Hand. Immer noch …


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