Fall Maddie: Polizei beendete Grabung in Kleingarten in Hannover

Seit 13 Jahren fehlt von der in Portugal verschwundenen kleinen Maddie jede Spur. Die Fahnder in Niedersachsen haben einen Deutschen als Mordverdächtigen im Visier. Zwei Tage lang wurde ein Grundstück in einer Kleingartenanlage abgesucht.

Polizeibeamte durchsuchen eine Kleingarten-Parzelle.
© Peter Steffen

Hannover, London, Lissabon – Im Fall der vor 13 Jahren verschwundenen kleinen Madeleine "Maddie" McCann ist die Polizeiaktion in einem Kleingarten am Stadtrand von Hannover in Deutschland beendet worden. Ob etwas gefunden wurde, blieb zunächst unklar. Wie mehrere deutsche Medien am Mittwochabend berichteten, sollen jedoch die Überreste eines Kellerraumes zum Vorschein gekommen sein.

📽️ Video | Polizei stößt auf Überreste eines Kellerraums

Zwei Tage lang hatten Polizisten auf dem Grundstück das Erdreich mit Spaten und Rechen durchkämmt. Auch ein kleiner Bagger, eine Mini-Raupe und eine Drohne kamen zum Einsatz. Am Abend sagte ein Polizist an Ort und Stelle, die Aktion sei beendet. Daraufhin wurden auch die Sichtschutzwände zur Straße abgebaut.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hatte zu Beginn des Einsatzes lediglich bestätigt, dass die Grabungen im Zusammenhang mit den Mordermittlungen gegen einen 43-jährigen Deutschen stehen. Der Mann soll die dreijährige Britin 2007 aus einer Ferienanlage an der portugiesischen Algarve entführt haben.

Die Ermittler gehen davon aus, dass das Kind tot ist. Nach Maddies Verschwinden lebte der Verdächtige in Hannover – Medienberichten zufolge wohnte er in einem Kleinbus und arbeitete in einer Werkstatt nicht weit von dem jetzt durchsuchten Kleingarten entfernt.

Gartengrundstück zuletzt unbenutzt

Wie der Pächter der unmittelbar angrenzenden Nachbarparzelle der Deutschen Presse-Agentur sagte, war das Gartengrundstück zuletzt unbenutzt. Es befand sich kein Gartenhaus mehr darauf, auf dem Gelände wuchsen Brombeerbüsche und ein Kirschbaum. Vor Start der Grabungsarbeiten hatte die Polizei den Baum fällen und Buschwerk entfernen lassen. In den zwei Jahren, in denen er seine Parzelle nutze, habe er auf dem Nachbargrundstück niemanden gesehen, sagte der Pächter. Zu sehen war, dass die Polizei neben Erdreich auch Fundamente hatte wegbaggern lassen.

Der Verdächtige äußert sich nicht zu den Mordvorwürfen. „Nach Akteneinsicht sehen wir weiter", sagte sein Anwalt Friedrich Fülscher am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Das Landgericht Braunschweig hatte den 43-Jährigen Ende 2019 wegen schwerer Vergewaltigung unter Einbeziehung früherer Strafen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Er hatte 2005 in Praia da Luz eine damals 72-jährige Amerikanerin vergewaltigt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (APA/dpa, TT.com)


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