Stellenabbau bei Swarovski: Gewerkschaft fordert 150 Mio.-Sozialplan

Statt den für den Sozialplan in Aussicht gestellten 60 Mio. Euro brauche es "mindestens 150 Millionen für eine sozial verträgliche Lösung im Sinne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer", hieß es am Donnerstag.

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© TT / Thomas Böhm

Wattens – Nach dem angekündigten massiven Stellenabbau beim Tiroler Kristallkonzern Swarovski hat die Gewerkschaft erneut Forderungen gestellt und die Konzernspitze scharf kritisiert. Statt den für den Sozialplan in Aussicht gestellten 60 Mio. Euro brauche es "mindestens 150 Millionen für eine sozial verträgliche Lösung im Sinne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer", hieß es am Donnerstag.

Der Fokus liege aber auf dem Erhalt der Arbeitsplätze sowie darauf, Auslagerungen ins Ausland zu verhindern, betonte der betriebsbetreuende Sekretär der Produktionsgewerkschaft PRO-GE, Thomas Giner. Zudem verlangte die Gewerkschaft unter anderem eine Dienstfreistellung bei voller Entgeltfortzahlung bis zum Pensionsantritt für Arbeitnehmer ab dem 55. Lebensjahr sowie eine freiwillige Bezahlung aller notwendigen Nachtschwerarbeitsbeiträge für alle anspruchsberechtigten Arbeitnehmer.

"Unsere Befürchtungen sind, dass die Geschäftsführung aus dem Standort Wattens ausschließlich eine Schauproduktion nach dem Vorbild der Kristallwelten machen möchte", so Bernhard Höfler, AK-Vorstandsmitglied und PRO-GE-Sekretär. Arbeitslosigkeit, Existenzängste und sozialer Abstieg seien die Ergebnisse "dieser Verantwortungslosigkeit", ging er mit der Geschäftsführung scharf ins Gericht. So etwas habe sich niemand verdient. Das Unternehmen möchte "offensichtlich mit weniger Produktion und weniger MitarbeiterInnen das gleiche oder mehr Profit generieren", meinte der Vorsitzende des ÖGB-Tirol, Philip Wohlgemuth.

Der Kristallkonzern hatte vergangene Woche angekündigt, im Herbst in Wattens von den derzeit noch bestehenden 4600 Stellen weitere 1000 abzubauen. Mittelfristig würden am Hauptsitz rund 3000 Menschen beschäftigt sein. Denn bis 2022 soll sich der Mitarbeiterstand noch einmal um 600 Stellen verringern. Mit dem massiven Personalabbau war in den vergangenen Wochen und Monaten gerechnet worden. Bereits Ende Juni hatte Swarovski bekanntgegeben, rund 200 Arbeitsplätze in den Bereichen Marketing und Vertrieb zu streichen.

Am Freitag kam es schließlich zu einem Gipfel von Tiroler Landesregierung, Konzernführung und Sozialpartnern. Dabei hielten die Swarovski-Verantwortlichen am Stellenabbau fest. Darüber hinaus wurde eine Taskforce eingerichtet. Diese soll zwei Wochen lang über eine bestmögliche Unterstützung der Betroffenen beraten. (APA)


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