Getreideernte auf Vorjahresniveau und besser als erwartet

Die Versorgung der Haushalte mit Getreide und Getreideerzeugnissen war laut AMA in der Corona-Krise jederzeit gesichert. Österreich sei mit dem Grundnahrungsmittel heuer ausreichend versorgt.

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Wien – Die österreichische Getreideernte wird heuer auf Vorjahresniveau liegen und fällt wegen der noch erfolgten Niederschläge besser aus als zunächst erwartet. Regional gebe es aber große Unterschiede, hieß es heute bei einer Online-Pressekonferenz der AMA. Die Qualität seit gut. Österreich sei mit dem Grundnahrungsmittel Getreide heuer ausreichend versorgt.

Die Getreideproduktion ohne Mais wird heuer auf rund 3,1 Millionen Tonnen geschätzt und damit auf dem Vorjahresniveau und im langjährigen Durchschnitt liegen. Die Gesamtproduktion (mit Mais) werde mit 5,4 Millionen Tonnen ebenfalls auf Vorjahresniveau liegen. Die Verschiebungen innerhalb der Getreideanbauflächen zeige die immer stärkere Marktorientierung der Landwirte, so AMA-Vorstandschef Günter Griesmayr.

"Hohe Resilienz des Getreidesektors"

Die Erntemenge von Weichweizen werde laut AMA heuer rund 1,5 Millionen Tonnen betragen und damit auf Vorjahresniveau liegen. Bei Hartweizen wird ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um sechs Prozent auf 77.000 Tonnen erwartet, bei Roggen – dem nach Weizen zweitwichtigsten Brotgetreide in Österreich - ein Plus von 6 Prozent auf 206.000 Tonnen. Die Gerstenmenge wird auf 824.000 Tonnen (minus 1,4 Prozent) geschätzt. Bei Mais prognostiziert die AMA ein Plus von 1,1 Prozent auf 2,3 Millionen Tonnen.

Die Corona-Krise habe die hohe Resilienz des Getreidesektors entlang der gesamten Wertschöpfungskette gezeigt. Die Versorgung mit Getreide und Getreideerzeugnissen der österreichischen Haushalte sei zu jedem Zeitpunkt sichergestellt gewesen. Man habe es geschafft, das überdurchschnittliche Einkaufsverhalten zu befriedigen.

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Mit einem blauen Auge davongekommen

Bei der heurigen Getreideernte sei man angesichts der Trockenheit im Frühjahr wie im vergangenen Jahr mit einem blauen Auge davongekommen, auch wenn die Situation heuer wegen der fehlenden Winterreserve und später erfolgter Niederschläge etwas kritischer gewesen sei, so Windisch. Die Qualität des Getreides sei gut und durch die Niederschläge nicht beeinträchtigt, hieß es heute.

Auch für den Herbst seien die Aussichten gut, das Jahr 2020 stelle sich für die Kulturen (Mais, Sojabohne, Sonnenblume) bisher als nahezu ideal dar, so die AMA. Die Unterschiede innerhalb Österreichs sind groß, es gibt ein West-Ost-Gefälle. Die regionalen Schwankungen lägen bei plus/minus 50 Prozent.

Auch der Klimawandel spielt eine Rolle, die immer häufiger auftretende Trockenheit führt zu einer Änderung bei den Getreidesorten und verstärkt den Herbstanbau, wie etwa von Winterweizen oder Wintergerste.

Weizenpreise bleiben stabil

Die internationale Weizennotierung an der Euronext in Paris liege mit 183,50 Euro/t leicht über dem Vorjahresniveau. Während der wegen Corona höheren Haushaltseinkäufe gab es im März allerdings ein 12-Monatshoch von 203,75 Euro). Zu Verunsicherung führt die Corona-Krise auf dem Exportmarkt.

Für die EU-27 erwartet die EU-Kommission eine deutlich geringere Weizenernte von 123,8 Millionen Tonnen (minus 10,5 Prozent). Die gesamte Getreideernte werde trotz einer höher erwarteten Maisernte (plus 3,6 Prozent) um vier Prozent sinken, so Christian Gessl, zuständiger Abteilungsleiter der AMA.

Weltweit erwartet der internationale Getreiderat" (IGC) heuer eine Rekord-Getreideproduktion von 2,225 Milliarden Tonnen. Die weltweite Maisernte (1,164 Mrd. t) übertreffe dabei erstmals seit vier Jahren den bisherigen Rekord aus 2016, während die Welt-Weizenernte (762 Millionen Tonnen) das hohe Niveau aus dem Vorjahr halten könne, so Gessl. Beim Getreideverbrauch wird ebenfalls ein Rekord von rund 2,2 Milliarden Tonnen (plus 1,8 Prozent erwartet), er liegt jedoch erstmals seit vier Jahren unter der Produktionsmenge. Die weltweite Versorgungslage ist mit Lagerendbeständen in Höhe von 28,2 Prozent des weltweiten Verbrauchs gut, liegt jedoch trotz Produktionsrekords unter dem Spitzenwert aus 2016. (APA)


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