Fall Maddie: Deutsche Polizei wertet Ergebnisse von Grabungen aus

Im Vermisstenfall Maddie haben Fahnder zwei Tage lang auf einem Grundstück bei Hannover gegraben. Die Ergebnisse der Polizeiaktion werden jetzt ausgewertet. Wurde etwas Entscheidendes gefunden?

Polizeibeamte durchsuchten in den letzten Tagen eine Kleingarten-Parzelle in Hannover.
© Peter Steffen

Hannover – Im Fall der vor 13 Jahren verschwundenen Britin Madeleine McCann wertet die Polizei jetzt die Ergebnisse ihrer Grabungen in einem Kleingarten am Stadtrand von Hannover aus. Ob und möglicherweise was bei der zweitägigen Polizeiaktion gefunden wurde, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Braunschweig, Julia Meyer, am Donnerstag nicht.

Die Ermittler wollten zunächst keine Wasserstandsmeldungen zu der am Mittwochabend beendeten Durchsuchung abgeben. Polizisten hatten auf dem verwaisten Grundstück das Erdreich mit einem Bagger, Spaten und Harken durchkämmt.

Fahnder wurden bereits 2016 fündig

Die Staatsanwaltschaft bestätigte zu Beginn des Einsatzes nur, dass die Grabungen im Zusammenhang mit den Mordermittlungen gegen einen 43-jährigen Deutschen stehen. Der Mann soll das dreijährige Mädchen 2007 aus einer Ferienanlage an der portugiesischen Algarve entführt haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Kind tot ist. Nach Madeleines Verschwinden lebte der Verdächtige in Hannover – Medienberichten zufolge wohnte er in einem Kleinbus und arbeitete in einer Werkstatt nicht weit von dem durchsuchten Kleingarten entfernt.

In einer anderen Sache war die Polizei schon einmal auf einem Grundstück des Mannes fündig geworden. Nach Medienberichten hatten Fahnder Anfang 2016 auf dem Gelände einer alten Kistenfabrik bei Magdeburg, die dem mehrfach verurteilten Sexualstraftäter gehörte, in einer Grube Speichermedien mit Missbrauchsbildern von Kindern entdeckt. Der Verdächtige äußert sich laut seinem Verteidiger nicht zu dem Vorwurf, Madeleine McCann entführt und ermordet zu haben.

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Verdächtiger stellt erneut Antrag auf vorzeitige Haftentlassung

Der Verdächtige sitzt derzeit in Kiel eine Gefängnisstrafe wegen Drogenhandels ab. Wie sein Anwalt am Donnerstag mitteilte, hat er in dem Zusammenhang erneut einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung gestellt. Dafür sei nun das Landgericht Kiel zuständig und nicht mehr – wie bei einem vor zwei Tagen zurückgezogenen ersten Antrag – das Landgericht Braunschweig. Das Haft-Ende ist für den 7. Jänner 2021 terminiert – zwei Drittel der Strafe waren am 7. Juni 2020 verbüßt.

Bei einer vorzeitigen Haftentlassung könnte der Verdächtige trotz der laufenden Ermittlungen gegen ihn im Fall Maddie auf freien Fuß kommen. Grundsätzlich steht ihm noch die Verbüßung der Strafe in dem Vergewaltigungsfall bevor. Nach Überzeugung der Braunschweiger Richter vergewaltigte der Mann im Jahr 2005 – rund eineinhalb Jahre vor Maddies Verschwinden – im portugiesischen Praia da Luz die 72-Jährige. Gegen das im Dezember 2019 gesprochene Urteil hatte der 43-Jährige Revision eingelegt. (APA/dpa)


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