Über 30 Grad in Tirol am Wochenende, bevor Kaltfront Sonne verscheucht

Tirol erlebt ein hochsommerliches Wochenende, den ersten Dämpfer gibt es aber bereits am Sonntag. Zu Beginn der neuen Woche wird es regnerisch.

Den Samstag verbringt man am besten in luftigen Höhen oder im kühlen Nass.
© pixabay

Innsbruck – Mit viel Sonne und hohen Temperaturen grüßt uns der neue Monat: Die erste richtige Hitzewelle in diesem Sommer bleibt uns nach dem bislang heißesten Tag des Jahres am Dienstag auch über das Wochenende erhalten. Spätestens am Montag wird es spürbar kühler, bevor zur Wochenmitte das nächste Hoch auf Tirol zukommt.

Nach einem hochsommerlichen Freitag zeigt sich auch am Samstag das Wetter in Tirol dank Hoch „Claws" nochmal von seiner heißesten Seite. Das Thermometer klettert auf bis zu 34 Grad, bevor sich im späteren Tagesverlauf lokale Wärmegewitter auf der Nord- und Südseite der Alpen bilden. „Der Samstag wird noch sehr sommerlich, hunderprozentig stabil ist die Lage aber nicht überall", so Reinhard Troger von den meteo experts.

Am Sonntag fallen Temperaturen langsam ab

Am Sonntag folgt dann laut dem Experten der Tag des Umschwungs. Als Vorboten der kommenden Kaltfront kann es im Außerfern schon am Vormittag erste Gewitter geben, im Laufe des Tages dann zunehmend in ganz Tirol. „Auch mit den Temperaturen geht es bergab", so Troger, „wenn es bei 25 bis 27 Grad doch auch schwül und drückend bleibt". Am längsten die Sonne genießen kann man zum Wochenendausklang in Osttirol.

Wer die Hitze schon langsam satt hat, kann sich zum Beginn der neuen Woche endgültig freuen: Eine Kaltfront bringt zunächst Schauer und schließlich flächenhaften Regen nach Tirol. Auf den Bergen ist oberhalb von 2500 Metern sogar mit Schnee zu rechnen.

Lange währt die kühle Abwechslung aber nicht: Nach einem vor allem im Tiroler Unterland regnerischen Dienstag kehrt zur Wochenmitte bereits der Hochsommer zurück. Die Temperaturen klettern dann laut Troger wieder auf über 25 Grad. (anl)

🌡️ Heuriger Juli war durchschnittlich warm

In vielerlei Hinsicht war der Juli 2020 durchschnittlich, zieht die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) Bilanz. "Die Temperatur lag mit +0,5 Grad nur knapp über einem durchschnittlichen Juli der Klimavergleichsperiode 1981 bis 1990 und genau im Mittel der letzten 30 Jahre. Auch Sonnenschein und Regen entsprachen in der österreichweiten Auswertung in etwa dem Durchschnitt der letzten Jahrzehnte: Die Niederschlagsmenge lag drei Prozent über dem Mittel und die Sonnenscheindauer sieben Prozent", weiß Klimatologe Alexander Orlik im Detail.

Wenn es auch widersprüchlich wirkt, geht der Juli trotzdem als einer der 45 wärmsten Juli-Monate in die 254-jährigen Messgeschichte ein. Das liege laut Orlik einfach daran, dass es in den letzten 40 Jahren in Österreich massiv wärmer geworden ist: „So ist der Juli 2020 zum Beispiel um 1,6 Grad wärmer als ein durchschnittlicher Juli im Zeitraum 1961 bis 1990, als die Klimaerwärmung noch nicht so stark war."

Auch gesamte Sommer-Zwischenbilanz durchschnittlich

Mit Juni und Juli sind bereits zwei Drittel des meteorologischen Sommers vorüber. Auch die Zwischenbilanz zum Sommer fällt laut ZAMG eher durchschnittlich aus, zum Beispiel was die Zahl der Sommertage (mindestens 25 Grad) und die Zahl der heißen Tage (mindestens 30 Grad) betrifft. Innsbruck, Wien und Klagenfurt liegen derzeit bei knapp über 30 Sommertagen und rund 10 Hitzetagen. Das entspricht ziemlich genau dem Durchschnitt der letzten Jahrzehnte.

„Der Grund, warum viele Menschen den Eindruck haben, der heurige Sommer sei eher kühl, liegt wahrscheinlich daran, dass wir in den letzten Jahren sehr extreme Sommer erlebt haben. Die Sommer 2019, 2018 und 2017 liegen unter den fünf heißesten Sommern der Messgeschichte", erklärt Orlik das subjektive Empfinden vieler Leute. „Ein weiterer Grund könnte sein, dass es heuer noch keine längeren Hitzeperioden gab und das Wetter eher wechselhaft war."


Kommentieren


Schlagworte