Britischer Star-Regisseur Alan Parker verstorben

Einer Sprecherin zufolge, die die Familie vertrat, starb Parker Freitagfrüh. Der Regisseur drehte Klassiker wie "Fame", "Evita", "Midnight Express"oder "Mississippi Burning".

Für seine Leistungen in der Filmbranche wurde Alan Parker auch zum Ritter geschlagen. (Archivfoto)
© AFP

London – Der britische Regisseur Alan Parker ist tot. Er sei nach langer Krankheit im Alter von 76 Jahren gestorben, zitierte die Nachrichtenagentur PA am Freitag eine Sprecherin aus dessen Umfeld. Zu seinen Meisterwerken gehören Klassiker wie "Fame", "Evita", "Midnight Express", "Mississippi Burning", "Bugsy Malone" und "The Commitments".

Der Sprecherin zufolge, die die Familie vertrat, starb Parker Freitagfrüh. Seine Filme waren vielfach ausgezeichnet worden: Sie bekamen insgesamt 19 Baftas, zehn Golden Globes und zehn Oscars. Für seine Leistungen in der Filmbranche wurde er auch zum Ritter geschlagen.

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Parker wollte unbedingt Filme drehen

Er besuchte als erstes Kind in seinem Wohnblock ein Gymnasium und arbeitete sich hoch - vom Laufburschen in der Poststelle einer Werbeagentur zum Texter. Das habe ihn von seinen Eltern entfremdet, bedauerte er im "Independent": "Es geht nicht darum, jemanden nicht zu lieben, es ist nur so, dass du nicht mehr Teil seiner Welt bist."

Der Keller der Werbeagentur stand leer, Parker nutzte ihn, um mit Film zu experimentieren. Er gründete zusammen mit dem Produzenten Alan Marshall eine Firma und drehte in den 70er-Jahren Hunderte von Werbeclips - das war seine Filmschule. Denn Parker wollte unbedingt Filme drehen. Sein Vorbild waren Ken Loach und dessen Sozialdramen.

"Wir wurden in dieser Welt nicht akzeptiert

Schon als Texter schrieb Parker Drehbücher, die BBC habe allerdings alle abgelehnt: "Wir wurden in dieser Welt nicht akzeptiert", erklärte Parker dem "Telegraph". Der Sender sei damals voller Absolventen von Elite-Universitäten gewesen.

Filmproduzent David Puttnam nannte Parker "seinen ältesten und engsten Freund". Regisseur Nick Murphy würdigte ihn als "riesiges Talent". "Alan Parker hat so viele wunderbare Filme erschaffen. Einfach wunderbar", schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter.

Parker war sehr kreativ, schrieb Romane und Essays über das Making-Of all seiner Filme und zeichnete Cartoons. Vor einigen Jahren überraschte er die Filmwelt, als er seinen Ruhestand ankündigte. "Regisseure verbessern sich nicht im Alter", sagte er. "Sie wiederholen sich, und obwohl es Ausnahmen gibt, wird ihre Arbeit im Allgemeinen nicht besser." Stattdessen widmete er sich der Malerei.

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Quereinsteiger in Hollywood

Seinen ersten Kinofilm finanzierte er, indem er eine Hypothek auf sein Haus aufnahm - heraus kam das Filmmusical "Bugsy Malone" (1976) mit Kindern als Darstellern, darunter Jodie Foster. Das Drehbuch der Gangsterparodie basierte auf den Geschichten, die Parker seinen vier Kindern auf langen Autofahrten erzählte. Für Parker war es die Möglichkeit, um als Quereinsteiger in Hollywood zu landen. Und es war der Beginn einer lebenslangen Konkurrenz mit dem anderen britischen Werbefilmer und Hollywood-Regisseur, Ridley Scott.

Als nächstes machte er etwas völlig anderes: das Gefängnis-Drama "Midnight Express" nach einer wahren Geschichte. Auch Film und Regie wurden für Oscars nominiert; doch nur Oliver Stone gewann einen für die Drehbuchadaption und Giorgio Moroder einen für die Filmmusik. Es folgten so unterschiedliche Werke wie "Birdy" mit Matthew Modine und Nicolas Cage über die Folgen des Vietnamkriegs, "Pink Floyd - The Wall", "Evita" und "Die Asche meiner Mutter".

Verzweifelt auf der Suche nach Berühmtheit und Erfolg

Und natürlich "Fame" (1980) über das harte Auswahlverfahren und Studium an einer New Yorker Akademie für darstellende Künste. "Fame" sei ein ironischer Titel. Diese Leute seien verzweifelt auf der Suche nach Berühmtheit und Erfolg, sagte Parker dem "Independent".

Geboren wurde Parker am 14. Februar 1944 in London. Er hinterlässt eine große Familie: Ehefrau Lisa Moran-Parker, seine fünf Kinder Lucy, Alexander, Jake, Nathan und Henry sowie sieben Enkelkinder. (APA)

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