Tirol bei PET-Sammlung an der Spitze, WK gegen Pfandsystem

Tirol erfüllt bei der Sammelquote für Plastikflaschen das EU-Ziel für 2029. Die Wirtschaftskammer fordert eine bundesweit einheitliche Sammlung statt Pfandsysteme.

Die Einführung eines Plastik-Pfands wird aktuell angedacht.
© Sebastian Kahnert

Wien – Um Plastikmüll zu reduzieren oder zu vermeiden, hat die EU Ziele vorgegeben, die die Staaten umsetzen müssen. Sonst drohen Strafzahlungen. Während auf Regierungsebene ein Pfandsystem für Plastikflaschen diskutiert wird, hat die Wirtschaftskammer (WKO) einen „Zehn-Punkte-Plan für eine alltagstaugliche Kreislaufwirtschaft“ präsentiert. Ein Pfandsystem kommt darin jedoch nicht vor.

Burgenland (97 %), Tirol (96 %) und Vorarlberg (95 %) erfüllen bereits jetzt die EU-Vorgabe für 2029 einer Sammelquote für Kunststoff-Getränkeflaschen. Die anderen Bundesländer hinken noch hinterher. Bundesweit liegt der Durchschnitt bei 70 Prozent Sammelquote. Laut Wirtschaftskammer-Generalsekretär Karlheinz Kopf liegt das an den unterschiedlichen Sammelsystemen in den Bundesländern. „Wir müssen von einem Bring- zu einem Holsystem kommen“, meint er. Österreichweit müsse eine Hausabholung für Plastik-Abfälle etabliert werden. Direkt am Wohnort sollen dafür gelbe Container oder Säcke zur Verfügung gestellt werden.

Zudem sieht der Plan der WKO vor, unter anderem öffentliche Gebäude wie Schulen, Spitäler und Unis sowie öffentliche Plätze wie Spielplätze und Radwege mit Wertstoffsammelbehältern auszustatten. Auch ökologisches Verpackungsdesign solle forciert werden und das Bewusstsein der Bevölkerung für die Problematik geschärft werden. Zudem sieht der Plan vor, Gesetze, die den Einsatz von Recycling-Plastik blockieren, zu ändern.

Ein Pfandsystem für Plastikflaschen lehnt die WK ab. „Mit diesem umfassenden Zugang zur Ressourcenschonung erzielen wir größere Wirkung als mit einem Pfandsystem. Und wir ersparen uns alle Kosten, die ein Einwegpfand mit sich bringen würde“, so Kopf. Laut WKÖ-Berechnung zumindest 60 Millionen Euro pro Jahr.

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Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) lässt derzeit ein Einwegpfandsystem für Österreich entwickeln, wie sie Anfang Juni bekannt gegeben hat. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Aktuell wird mit NGOs, dem Handel, Recyclingfirmen und Experten für Kreislaufwirtschaft über Systeme zur Plastikmüllvermeidung diskutiert. (ecke)


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