Unfälle auf Sommerrodelbahnen: „Im Blick haben wir nur Start und Ziel“

Trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen kommt es auch Sommerrodelbahnen in Tirol häufig zu schweren Unfällen. Die Betreiber appellieren an den Hausverstand.

(Symbolbild)
© ZOOM.TIROL

Innsbruck, Mieders, Walchsee – Zwei Menschen sind am Sonntagnachmittag bei einem Auffahrunfall auf der Sommerrodelbahn Walchsee verletzt worden. Die Verursacher flohen. Immer wieder kommt es bei den beliebten Freizeiteinrichtungen, trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen, zu teils schweren Zwischenfällen. Nicht selten ist Drängeln die Ursache.

Wie auch am Sonntag in Walchsee. Gegen 14.20 Uhr war eine 54-jährige Deutsche in einer Doppelrodel mit ihrem sieben Jahre alten Sohn talwärts gefahren, berichtet die Polizei. Nachdem er das Freizeichen der Ampel erhalten hatte, startete wenig später auch ein 13-Jähriger aus dem Raum Ebbs seine Fahrt. Drei weitere Rodler seien anschließend, ohne auf die Ampel zu achten, hinter dem jungen Unterländer abgefahren und hätten diesen zu einer höheren Geschwindigkeit drängeln wollen. Dabei sei der direkt hinter dem 13-Jährigen Fahrende schließlich gegen dessen Rodel geprallt und habe diese auch noch gegen das Gefähr­t der 54-jährigen Touristin geschoben. Der junge Tiroler wurde im Brustbereich unbestimmten Grades verletzt, die Deutsche erlitt Verletzungen unbestimmten Grades im Kopfbereich. Der Siebenjährige blieb unverletzt.

Am Sonntagabend hatte die Exekutive mitgeteilt, dass die Verursacher, drei 13-Jährige, im Anschluss an den Unfall geflohen seien. Gestern stellte sich das als falsch heraus. „Sie haben sich im Laufe des Tages bei der zuständigen Polizeiinspektion Niederndorf gemeldet“, heißt es dazu aus der Polizei-Pressestelle. „Dort gaben sie an, nicht geflüchtet zu sein, sondern die Rettungskette in Gang gesetzt zu haben, was nachweislich der Fall war. Im Anschluss hielten sie sich auf einem Spielplatz auf und gaben sich nicht als Unfallbeteiligte zu erkennen“, was schließlich zu der Annahme einer Flucht geführt habe.

„Dafür, dass so viel los ist, passieren eigentlich relativ wenige Unfälle“, sagt Albert Albenberger, Betriebsleiter bei den Serlesliften in Mieders, die auch eine „Alpine Slide“ genannte Sommerrodelbahn betreiben. „Die ist 2,8 Kilometer lang, im Blick haben wir aber nur den Start und das Ziel“, meint Albenberger. Auf den ersten und letzten hundert Metern könnten die Angestellten eingreifen, zur Vorsicht mahnen, „aber was im Bereich dazwischen passiert, lässt sich nicht beeinflussen. Da sind wir auf den Hausverstand der Rodler angewiesen.“ Um diesem auf die Sprünge zu helfen, seien überall entlang der Strecke Hinweistafeln aufgestellt – in vier Sprachen verfasst. „Einige Ungeduldige und Drängler wird es aber immer geben, ein gewisses Restrisiko bleibt.“ (bfk)

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