Reitshammer nach gelöstem Olympia-Ticket: „Nahe am perfekten Lauf“

Der 26-jährige Absamer gewann die Heats in 53,76 Sekunden, womit er 0,09 Sekunden unter der "Olympic Qualifying Time" für Tokio 2021 blieb.

Bernhard Reitshammer, erster Tiroler Olympia-Schwimmer seit Stefan und Markus Opatril.
© FRANCOIS-XAVIER MARIT

Von Roman Stelzl

Graz - Dieses Olympia-Ticket kam mit Ansage: Noch am Vortag hatte Bernhard Reitshammer mit großem Selbstbewusstsein (und leicht schmunzelnd) angekündigt, dass er sich WM- und Olympia-Startplatz gleich in einem hole, damit beide Themen erledigt seien. Und nicht einmal 24 Stunden später ließ der Absamer Schwimmer dann Taten folgen.

Auf seiner Paradestrecke über 100 Meter Rücken schlug der 26-Jährige bei den österreichischen Meisterschaften in Graz in der persönlichen Bestzeit von 53,76 Sekunden an und blieb damit schon im Vorlauf neun Hundertstel unter der geforderten Zeit für die Olympischen Spiele 2021 in Tokio (JPN). „Ich bin einfach nur happy, das war mein großes Ziel. Es ist enorm viel Druck, der jetzt wegfällt“, erzählte Reitshammer.

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Dabei stellte der für den ASV Linz startende Athlet auch sogleich klar, wie gut alles funktioniert habe. „Das war nah am perfekten Lauf. Es hat wirklich alles gepasst, das war echt gut“, analysierte Reitshammer, der nach 33 Jahren Pause als erster Tiroler nach Stefan und Markus Opatril sowie Alexander Placheta 1988 wieder in ein Olympia-Becken springt.

Den Schlüssel für die für Olympia notwendige Verbesserung seiner Zeit (von 53,90 auf 53,76) sieht der 1,89 Meter große Athlet im gezielten Training. „Wir haben viel an der Beweglichkeit im Bereich der Brustwirbel gearbeitet. Dazu haben wir viel am Übergang sowie am Tauchen gearbeitet. Das hat sich jetzt ausgezahlt“, sagte der WM-Starter, der

sich mit Olympia seinen größten Traum verwirklicht. 2016 war der jüngere Bruder von Ex-Schwimmerin Caroline Reitshammer aus Tirol „ausgewandert“, um in Oberösterreich in einer 50-Meter-Halle trainieren zu können. Gut vier Jahre danach ging dieser Plan auch vollends auf.

Damit es in der derzeit wettkampfleeren Zeit nach den österreichischen Meisterschaften nicht an Zielen mangelt, nimmt Reitshammer schon die nächste wichtige Zeitmarke ins Visier: die österreichische Bestleistung von Ex-Weltrekordler Markus Rogan über 100 m Rücken, die bei 53,33 Sekunden steht. „Das ist jetzt das nächste Ziel, darauf wird hingearbeitet“, sagt Reitshammer.

Er holte sich später im 100-m-Rücken Finale in 53,93 Gold. Xaver Gschwentner (SC Innsbruck) gewann den Titel über 200 m Schmetterling in 1:59,94 Minuten. Robin Grünberger schnappte sich vor Alexander Knabl (beide TWV) über 50 m Freistil Silber. Lisa Süsser (ebenfalls TWV) wurde über 100 m Rücken Dritte.


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