Vermeintlicher Raub in Aldrans: Selbst geschnitten, Überfall erfunden

Ein schwer verletzter 40-Jähriger hatte angegeben, in der Nacht auf Mittwoch Opfer eines Raubüberfalls geworden und in den Wald verschleppt worden zu sein. Wie die Polizei nun berichtet, widerrief der Mann seine Aussagen.

(Symbolbild)
© HANS KLAUS TECHT

Aldrans – Eine für ihn letztlich strafrechtlich relevante Geschichte hatte am Mittwoch ein Unternehmer aus Aldrans der Polizei aufgetischt. So sei er von drei Unbekannten überfallen, mit einem Messer angegriffen und in einen nahegelegenen Wald verschleppt worden. Kurz vor 8.30 Uhr war der 40-Jährige am Morgen schwer verletzt von Passanten in Aldrans entdeckt worden. Der 40-Jährige hatte erhebliche Schnittverletzungen am Arm, wurde in die Klinik gebracht und dort operiert. „Alles, was wir wissen, stammt von der Aussage, die der Mann in der Früh gegenüber der erst­eintreffenden Polizeistreife machte.“ Demnach sei er von drei Männern, die einen VW Golf oder Jetta fuhren, überrumpelt worden. Sie hätten ihn mit einem Messer verletzt, dann in den Wald gebracht“, so am Mittwoch noch Gert Hofmann, stv. Leiter des Tiroler Landeskriminalamtes (LKA).

Seit gestern steht fest: Die gesamte „Räuberpistole“ war frei erfunden. Hofmann zur TT: „Die zum angezeigten Gewaltdelikt in Aldrans durchgeführten Ermittlungen haben ergeben, dass diese Gewalttat wie vom Opfer geschildert nicht stattgefunden hat. Das Opfer hat seine Aussagen widerrufen. Die schweren Verletzungen hat sich der Mann tatsächlich selbst zugefügt.“ Zum Motiv kann das LKA keine Stellungnahme abgeben. Eine Anzeige wegen Vortäuschens mit einer Strafe bedrohter Handlung wird wohl folgen. (fell)

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