Horror-Sturz bei Polen-Rundfahrt: Jakobsen nicht mehr in Lebensgefahr

Der schwere Sturz des Niederländers Fabio Jakobsen überschattet gleich zu Beginn die Polen-Rundfahrt der Radprofis. Sowohl am Rennveranstalter als auch am Sturzverursacher flammt heftige Kritik auf.

Beim Zielsprint kam es zum schrecklichen Sturz.
© MATEUSZ JANUSZEK via www.imago-images.de

Kattowitz – Der schwer verunglückte Radprofi Fabio Jakobsen ist nach Angaben der Rennärztin Barbara Jerschina nicht mehr in Lebensgefahr. "Jakobsen hat die Operation überstanden, sein Leben ist nicht mehr bedroht", sagte Jerschina am Donnerstagmittag nach Angaben der polnischen Nachrichtenagentur PAP.

Das Spital in Katowice lieferte Details zur der fünfstündigen Operation, die in der Nacht auf Donnerstag erfolgt war. "Die Hauptverletzungen liegen im Gesicht. Glücklicherweise sind die Augen nicht betroffen. Sein Zustand ist ernst, aber stabil", sagte ein Sprecher. Ein Scan habe ergeben, dass keine Hirnverletzungen vorliegen dürften. Auch die Wirbelsäule dürfte nicht betroffen sein. Jakobsen befinde sich im Koma, die Aufwachphase werde nun eingeleitet.

Lefevere hatte am Abend zuvor gesagt, dass Dylan Groenewegen, der seinen Landsmann im Zielsprint bei hoher Geschwindigkeit abgedrängt hatte, eine Gefängnisstrafe verdiene. Diese Worte bedauere er nicht, sagte Lefevere nun. "Wir werden Schritte unternehmen, um bei der UCI und der Polizei Anzeige zu erstatten."

Auch Groenwegen operiert

Groenewegen ist ebenfalls operiert worden. Der Niederländer habe sich einem Eingriff am Schlüsselbein unterzogen, teilte der Direktor des Teams Jumbo-Visma, Richard Plugge, am Donnerstag auf der Homepage des Teams mit.

Teamchef Merijn Zeeman und Direktor Plugge hatten Groenewegen im Krankenhaus im polnischen Opole besucht. "Dylan findet es schrecklich, was geschehen ist. Er war sichtlich angeschlagen. Auch für ihn zählt zur Zeit nur die Genesung von Fabio und der anderen, die bei dem schrecklichen Sturz verletzt wurden." Die Team-Leitung will in Kürze ausführlich mit Groenewegen über den Hergang des Unfalls reden.

Der wie der später disqualifizierte Groenewegen bei dem Hochgeschwindigkeitscrash ebenfalls zu Sturz gekommene Marc Sarreau zog sich Sehnenrisse in der Schulter zu. Der Franzose muste die Rundfahrt aufgeben. Groenewegen drohen als Verursacher des Massensturzes Sanktionen vom Radsport-Weltverband (UCI). (APA/dpa)


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