Aktivistinnen kritisieren frauenfeindliches Klima in der Türkei

Ankara – Vertreterinnen von Frauenrechtsorganisationen haben ein verschärft frauenfeindliches Klima in der Türkei kritisiert. "Wir haben immer gewusst, dass es einen diskreten Hass in der Gesellschaft gegen unabhängige Frauen gibt, aber jetzt haben sie keine Angst mehr, ihn zu zeigen", sagte Selime Büyükgöze von der Organisation "Mor Chati" in Istanbul der Deutschen Presse-Agentur.

Der offene Hass resultiere in Gewalt gegen Frauen. 2020 haben Männer in der Türkei bereits 142 Frauen getötet, wie das Internetportal Diken unter Berufung auf das türkische Innenministerium berichtete. Die Organisation "Wir werden Frauenmorde stoppen" hingegen spricht von 182 bisher getöteten Frauen. 2019 waren es der Organisation zufolge 474 Frauen.

LGBTQI-Personen (für Lesben, Schwule, bisexuelle Menschen, Transpersonen, Queere und Interpersonen) seien wie auch andere Frauen in der Türkei starken Anfeindungen und Gefahren ausgesetzt, sagte Deniz Altuntas von der Organisation "Wir werden Frauenmorde stoppen". Politiker über Parteigrenzen hinweg glaubten schlichtweg nicht an die Gleichheit der Geschlechter.

"Die Regierung will Frauen dazu ermutigen, zu Hause zu bleiben und sich nur als Teil einer Familie wahrzunehmen. Und dieser Ansatz wird immer mehr zum Mainstream", sagte Büyükgöze. (APA/dpa)

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