Stellenabbau: Paul Swarovski für Standort-Verbleib in Wattens

Die Familie Swarovski zeigt sich in einer Aussendung "bestürzt" über kolportierte Pläne für Stammsitz. Die Unternehmensführung legte Bekenntnis für Standort Wattens ab.

Der Kristallkonzern hatte im Juli angekündigt, im Herbst in Wattens von den derzeit noch bestehenden 4600 Stellen weitere 1000 abzubauen.
© Thomas Böhm

Ein Mitglied der Familie Swarovski hat sich nach dem angekündigten Stellenabbau des Kristallkonzerns für den Erhalt des Standortes Wattens als Hauptsitz des Unternehmens ausgesprochen. Die Familie Swarovski sei "bestürzt über kolportierte Pläne für unseren Stammsitz", meinte Paul Swarovski in einer der APA vorliegenden Stellungnahme von Freitag. Das Unternehmen selbst dementierte derartige Pläne.

Es habe bezüglich einer "allfälligen Verlagerung des Standortes Wattens" weder eine "vollständige Information noch eine Einbindung der Gesellschafter" gegeben, meinte der Vater von Victoria und Paulina Swarovski. Dies würde man aber als "maßgebliche Anteilseigner" dringend verlangen.

Die Familie würde derzeit "über keinen Vertreter im Management von Wattens" verfügen. Man stehe hinter den "Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Gemeinden und dem Land, die alle zum Erfolg der Firma Swarovski beigetragen" hätten, fügte Swarovski hinzu. Wattens sei "Wiege des Unternehmens und unsere Heimat", hielt er fest.

"Nötige Redimensionierung und Kapazitätsanpassung"

Seitens des Unternehmens hieß es dazu auf APA-Anfrage aber, dass es "ein klares Bekenntnis zum Standort Wattens seitens der Geschäftsführung und Gesellschafter" gäbe. Außerdem wurde betont, "dass es sich beim aktuellen Stellenabbau um keine Verlagerungen handelt, sondern um eine zwar schmerzhafte, aber nötige Redimensionierung und Kapazitätsanpassung".

Der Kristallkonzern hatte im Juli angekündigt, im Herbst in Wattens von den derzeit noch bestehenden 4600 Stellen weitere 1000 abzubauen. Mittelfristig würden am Hauptsitz rund 3000 Menschen beschäftigt sein. Denn bis 2022 soll sich der Mitarbeiterstand noch einmal um 600 Stellen verringern.

Mit dem massiven Personalabbau war in den vergangenen Wochen und Monaten gerechnet worden. Bereits Ende Juni hatte Swarovski bekanntgegeben, rund 200 Arbeitsplätze in den Bereichen Marketing und Vertrieb zu streichen. (APA)


Kommentieren


Schlagworte