Imst und Wacker-Fohlen schielen in der Regionalliga nach oben

Zuletzt hatten Tirols Westliga-Vertreter keine Aufstiegsambitionen, mit dem Imster Höhenflug und dem neuen Wacker-Investor ändert sich womöglich die Lage. Beide Vereine streben in dieser Saison höhere Ziele an.

Legt beim SC Imst bislang äußerst erfolgreich Hand an – Herbert Ramsbacher setzt sich mit den Oberländern ehrgeizige Ziele.
© Toni Zangerl

Imst erledigt vorerst fleißig die Hausaufgaben

Von Alex Gruber

Imst – „Wir wollten was anzünden. Dass es so schnell geht, ist natürlich richtig geil“, frohlockt Imst-Trainer Herbert Ramsbacher, nachdem sein Team in den ersten beiden Runden in der heimischen Velly-Arena mit 14 erzielten Treffern gleich eine echte Euphorie entfachte.

Der „Ramsi“ lud beim 6:1 gegen die WSG-Tirol-Amateure mit Robert Wazinger auch seinen ehemaligen Zimmerkollegen aus gemeinsamen Profitagen ein, um dem „Wazi“ zu zeigen, wie der Bär steppt. Und der steppt im Tiroler Oberland, wo Kapitän Rene Prantl am Rasen vorangeht, beispielsweise auch auf der Tribüne (690 Zuschauer) oder im Business Club.

Nachdem der SV Wörgl im Vorjahr durchaus sensationell die Regionalliga Tirol gewann, etwaige Zweitliga-Ambitionen fürs bevorstehende Frühjahr aber aufgrund der hohen Auflagen im Keim ersticken musste, soll das beim SC Imst anders sein.

„In erster Linie wollen wir uns jetzt einmal für den ÖFB-Cup qualifizieren. Das gab’s in Imst noch nie“, erklärt Ramsbacher, ohne Titel- oder Aufstiegsambitionen zur Seite schieben zu wollen: „Es sind erst zwei Runden gespielt und auch wir haben noch viel Luft nach oben. Was wir im Klub schon vor dem Auftakt verhindern wollten, ist, dass wir bei einer etwaigen sportlichen Qualifikation einen möglichen Aufstieg aufgrund struktureller Umstände verhindern müssen.“

Der Weg in Liga zwei, das weiß einer wie Ramsbacher als Ex-Profi am allerbesten, ist aber sehr, sehr weit. Denn zuerst muss man einen Platz unter den zwei Besten der Regionalliga Tirol lösen und dann im Frühjahr im Sechserfeld der Regionalliga West gegen zwei Salzburger und zwei Vorarlberger Teams die Nase vorne behalten. Aber Träumen ist ja erlaubt.

Der neue 39-jährige Trainer des SC Imst erledigt vorerst fleißig die Hausaufgaben. Nach dem Heimsieg am Freitag spionierte Ramsbacher am Samstag eine Halbzeit beim Match Reichenau – Kufstein, um dann Kitzbühel („Die sind physisch brutal stark“) beim Erfolg gegen Schwaz auf die Beine zu schauen.

„Momentan macht das Arbeiten im Klub allen Spaß“, hält Obmann Manuel Westreicher fest. Die Heimspiele werden auf Facebook via Livestream übertragen und Klubmanager Martin Schneebauer hat bezüglich der Corona-Auflagen alles souverän im Griff. Der SC Imst setzt deutliche Zeichen.

Das Wacker-Wunschziel lautet Doppel-Aufstieg

Von Florian Madl

Innsbruck – Das 5:0 der Wacker-Fohlen gegen Wörgl lieferte nur einen Vorgeschmack darauf, was heuer in der Regionalliga passieren kann. „Wenn einmal der gegnerische Trainer sagt, dass wir verdient in dieser Höhe gewonnen haben, dann sagt das alles“, freute sich Trainer Richard Slezak. Selbst Michael Waldy, Kapitän von Ligakonkurrent Reichenau, sagte schon: „Wahrscheinlich ist es besser, wir haben sie früher in dieser Saison zum Gegner.“ Denn bald könnte sich die zweite Mannschaft des FC Wacker gefunden haben, könnten Kaderspieler der ebenfalls aufstiegswilligen Profi-Mannschaft nach unten geschoben werden. Das Wunschziel, auch wenn es keiner formuliert, lautet in der Innsbrucker Stadionstraße „Doppel-Aufstieg“.

Ein echter Mitfavorit – die Wacker-Fohlen um Matej Dretvic hatten ihr Visier beim 5:0 in Wörgl sehr gut eingestellt.
© Hans Osterauer

Trainer Slezak bleibt kryptisch: „Ich wäre ein schlechter Trainer, wenn ich mir meine Ziele tief stecken würde. Wenn es mehr werden könnte als Top 5, dann nehme ich die Herausforderung an.“ Das bedeute allerdings nicht, dass ein Aufstieg heuer Pflicht sei: „Jetzt geht es einmal darum, die Leistungen zu konservieren.“

Doch der Slowake weiß, wovon er spricht: Das Modell mit zwei Mannschaften in zwei professionellen Leistungs­stufen kenne er nicht zuletzt aus seiner Zeit bei Trencin: Junge Spieler könnten demnach weiter unten Erfahrung sammeln, die sich weiter oben bezahlt machen würde. Ein Tiroler Modell, das man sich hierzulande eigentlich für die WSG Swarovski Tirol und den FC Wacker Innsbruck gewünscht hätte, allein die Rivalität der beiden Vereine ließ zuletzt keine gemeinsame Entwicklungsplanung zu. Mit dem Investor im Rücken – 6,4 Millionen Euro sind für einen Zweitligisten mit Aufstiegsambitionen ein stattliches Budget – könnte diese zweigleisige Planung demnächst Nahrung erhalten. Schon in der Vorsaison erntete der Verein die Früchte seiner Arbeit, Leute wie Felix Bacher und Matthäus Taferner entsprangen dieser Konstellation.

Doch von Druck auf seiner Mannschaft will Slezak deshalb nicht sprechen: „Ich bin mit Ali Hörtnagl im Austausch, von uns wird nichts gefordert.“ Doch Erfahrung von oben ist der Mannschaft des 47-Jährigen gewiss. Allein durch die Verpflichtung von Marco Knaller im Tor bleiben ihm mit Lukas Wedl und Alexander Eckmayr zwei bundesligaerfahrene Kandidaten für den Kasten.


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