Einer, der immer für andere da war: Fredi Püls verstorben

Fredi Püls, Sportlegende, Funktionärstausendsassa und „geheimer“ Bürgermeister von St. Nikolaus, ist verstorben.

Fredi Püls war nicht zuletzt wegen seiner ausgeprägten sozialen Ader vielen ein Vorbild. (Archivfoto)
© Tiroler Volkspartei

Von Max Ischia

Innsbruck – „Mein Herz hält noch viel aus.“ Also sprach Fredi Püls im Brustton der Überzeugung. Das war am 2. August 2003, bei seinem 70er-Fest im Gasthaus Dollinger. Wochen zuvor hatte der Jubilar nach einem Herzinfarkt das Pflegepersonal im Krankenhaus Hochzirl geschockt, als er regelrecht aus seinem Zimmer stürmte, um ein Genesungstelegramm der damaligen Innsbrucker Bürgermeisterin Hilde Zach persönlich in Empfang zu nehmen.

So war er eben, der Alfred Püls, den alle Freunde und Bekannten nur Fredi nannten. „Ein Tausendsassa, ein Hansdampf in vielen Gassen, ein Innsbrucker Original, das im permanenten Aufzählungs-Ranking nicht immer an vorderster Front zu finden war und dennoch allen ein Begriff ist“, wie es Fred Steinacher, Autor der Biographie „Fredi Püls – der Mann ohne Maske“, formulierte.

„Geheimer“ Bürgermeister der „Koatlackn“

In jedem Fall war Püls ein Mann der Tat. Ein Mensch der Tat. Denn der Familienvater (Sohn Fredy war selbst Eishockey-Tormann), die einstige Eishockey-Legende, der jahrzehntelange Kohlenhändler und Multifunktionär (u. a. Ersatzgemeinderat, Obmann der Vereinigung St. Nikolaus, Mitbegründer und Ehrenpräsident der Faschingsgilde St. Nikolaus) war stets dort, wo eine helfende Hand, eine aufmunternde Geste, ein anerkennendes Wort gebraucht wurden.

Immer wieder tauchte der WM- und Olympiateilnehmer, vierfache Staatsmeister und spätere GEV-Präsident auch in der TT-Sportredaktion auf – mit handgeschriebenen Honorationen über seine Weggefährten und den Worten: „Vielleicht habt’s a paar Zeilen Platz.“

Nicht von ungefähr galt Püls als der „geheime“ Bürgermeister der „Koatlackn“, wie der Innsbrucker Stadtteil St. Nikolaus genannt wird. Und wenn er einmal „auswärts“ war, dann zog es ihn mit Gattin Christl auf die Hütte am Natterer Boden oder ins Mutterer Schwimmbad.

"Ein Vorbild und ein echter Freund"

Ähnlich lang wie die Liste seiner Ämter ist jene der Auszeichnungen: silberne Verdienstmedaille der Republik Österreich, Verdienstkreuz des Landes, Sportehrenzeichen von Land und Stadt, Ernennung zum Kommerzialrat, et cetera, et cetera.

Am Montagabend hörte das Kämpferherz des 87-Jährigen zu schlagen auf. „Er war mir immer ein Vorbild und ein echter Freund“, sagte Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf, die nur einen ambitionierten Steinwurf von Püls entfernt wohnt. In deren gemeinsamer Heimat: St. Nikolaus.


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