Mure wälzte sich durch Virgen: Brücke weggerissen, Häuser beschädigt

Heftige Gewitter tobten am Mittwoch im hinteren Iseltal. Am Abend löste sich eine Mure. Den Großteil hielt ein neu errichtetes Sperrbecken zurück, Schlamm und kleinere Gesteinsbrocken verlegten jedoch die Straße.

Die Schlammlawine vom Mittwoch in Virgen ging über den Firschnitzbach ab und führte zu Sachschäden.
© Gemeinde Virgen

Virgen – Mit Schäden nach Elementarereignissen weiß man in Virgen umzugehen. In den Jahren 2012, 2013 und 2017 richteten Muren jeweils große Schäden an. In den beiden Vorjahren war man wie ganz Osttirol von den massiven Nassschnee- und Sturm­ereignissen betroffen.

Am Mittwoch setzten bereits am Vormittag im hinteren Iseltal schwere Gewitter mit Starkregen und Hagelschlag ein. Kurz vor 20 Uhr lösten die Regenfälle oberhalb von Virgen einen Murgang aus, welcher sich über den Firsch­nitzbach in Richtung der L24 Virgentalstraße wälzte. Den Großteil der größeren Gesteinsbrocken hielt ein neu errichtetes Sperrbecken zurück, Schlamm und kleinere Gesteinsbrocken verlegten jedoch die Straße auf einer Länge von 30 Metern.

Einige Fassaden angrenzender Häuser und mehrere Fahrzeuge wurden in Mitleidenschaft gezogen. Eine Holzbrücke für Fußgänger mit einer darüberführenden Wasserleitung wurde weggerissen, eine zweite verschoben. 60 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Virgen, Mitteldorf und Obermauern sicherten die betroffenen Stellen. Die Landesstraße konnte um 22.45 Uhr wieder für den gesamten Fahrzeugverkehr freigegeben werden. Personen kamen nicht zu Schaden. Die Behörden nehmen seit Donnerstag die Schäden auf.

„Das war eine Schlammlawine, deren Auswirkungen wir dank unserer erfahrenen Einsatzkräfte sehr gut in den Griff bekommen haben“, sagt Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler. Insgesamt drei Rückhaltebecken seien zu jeweils einem Drittel gefüllt. Aushubarbeiten seien bereits eingeleitet worden. „Zum Teil sind Felder betroffen, es handelt sich aber um ein überschaubares Ereignis.“ (bcp)


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