„Campeoes de Lisboa“: Torminator Lewandowski muss Messi übertrumpfen

Jetzt geht‘s in Lissabon auch für den FC Bayern zur Sache. Im 250. Champions-League-Spiel soll gegen den FC Barcelona der erste von noch drei Triple-Schritten gelingen. Der Weg zur Krönung in Europa ist jedoch „steinig“. Ein Topstar-Duell überstrahlt alles.

Im bislang letzten Duell in der Königsklasse 2015 führte Lionel Messi Barcelona gegen die Bayern mit einem Gesamtscore von 6:2 ins Finale und später zum Titel in der Champions League.
© gepa

Lissabon – Das Krönungsprojekt „Campeoes de Lisboa“ des FC Bayern startet - und es soll nicht gleich an Lionel Messi und dem FC Barcelona zerschellen. Nach engagierten Trainingstagen und einigen entspannenden Sonnenstunden an der portugiesischen Algarve-Küste will das im gesamten Jahr 2020 noch unbesiegte Münchner Double-Ensemble um Torminator Robert Lewandowski ab Freitagabend (21.00 Uhr/Sky) beim Finalturnier der Champions League auch noch die letzten und zugleich schwierigsten Tripleschritte machen: Barcelona, Manchester City und Paris Saint-Germain könnten die Krönungsstationen lauten. „Der Weg ins Finale ist steinig. Es geht zur Sache“, verkündete Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge, als er am Donnerstag aus München anreiste.

Schon Barça mit Weltfußballer Messi könnte zum Stolperstein werden. Aber Trainer Hansi Flick hat für das 250. Bayern-Spiel in Europas Königsklasse einen Plan erstellt, der aufgehen soll. „Barcelona ist richtig gut, hat enorme Qualität. Wir müssen unsere Dinge auf den Platz bringen. Die Mannschaft weiß, dass es bei der Turnierform auf die Tagesform ankommt. Wir wollen das Glück erzwingen“, sagte Flick.

Der Sieger holte bislang stets den Titel

Von „optimalen“ Tagen an der Algarve sprach der Coach. Die Akkus sind aufgeladen, die Bayern fühlen sich bereit für die erste K.o.-Runde. „Wir wissen, was wir für eine Chance haben. Wir sind einfach total heiß darauf, das Spiel zu spielen“, sagte Deutschlands Nationalspieler Leon Goretzka. Dass auch Viertelfinale und Halbfinale in nur einer Partie entschieden werden, steigert Reiz und Risiken noch, wie die Münchner Profis beim dramatischen Last-Minute-Sieg von Paris gegen Atalanta Bergamo zum Turnierauftakt als Fernsehzuschauer miterleben konnten.

Bayern gegen Barca - das ist die Kracher-Paarung im Viertelfinale. Es sind die einzigen Champions-League-Sieger im Teilnehmerfeld. Und der Sieger der bisherigen drei K.-o.-Runden-Duelle gewann auch den Titel - 2009 und 2015 Barcelona, 2013 jubelten die Bayern.

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Robert Lewandowski war in dieser Saison in 44 Spielen gleich 53 Mal erfolgreich.
© CHRISTOF STACHE

Vieles an den Flick-Bayern erinnert an die Triple-Bayern vor sieben Jahren unter Jupp Heynckes. 26 von 27 Partien wurden seit Dezember 2019 gewonnen. Es gab in neun Monaten nur ein 0:0 gegen RB Leipzig. Im Corona-Spielbetrieb ohne Zuschauer gab es zwölf Siege am Stück.

Trotzdem warnte Deutschlands Rekordspieler Thomas Müller vor seinem 113. Champions-League-Einsatz: „Auch wenn Barca zuletzt Probleme hatte, kann alles passieren. Da kannst du die Serien auch mal in die Tonne kloppen, wenn du nicht da rankommst, wo du rankommen musst.“

Messi „nur im Kollektiv" zu stoppen

Viel hängt davon ab, welcher Offensivstar den besseren Tag erwischt: Lewandowski oder Messi? Mit 53 Toren in 44 Saisonpflichtspielen ist der Pole der Erfolgsgarant schlechthin. Aber Barcelona hat halt Messi, den oft Außerirdischen. Den kleinen Argentinier zu stoppen, an dieser Aufgabe sind schon viele Teams gescheitert. Auch die Bayern mit Messi-Kenner Pep Guardiola beim bislang letzten Duell 2015, als Messi beim 3:0 im Hinspiel zweimal die Münchner Abwehr narrte und Manuel Neuer überwinden konnte.

Messi stoppen? „Ich denke, das funktioniert nur als Kollektiv“, antwortete Goretzka. Der junge Alphonso Davies ist als direkter Gegenspieler besonders gefordert, wenn die Adduktorenprobleme einen Einsatz des Kanadiers zulassen. „Aber wir wissen auch, dass es bei Barcelona noch viel mehr Stars gibt als nur Messi“, meinte Goretzka; zum Beispiel die Offensiv-Asse Luis Suarez und Antonine Griezmann.

Unter Trainer Quique Setien, der im Saisonverlauf Ernesto Valverde ablöste, ist Barcelona aber verwundbar. Die Katalanen gehen im Gegensatz zu den Bayern titellos ins Saisonfinale. Flicks Team strotzt dagegen vor Selbstvertrauen. Die Tage an der Algarve haben die Stimmung im Team und den Zusammenhalt nochmal verbessert. „Wir haben mit unserem Kader die Möglichkeit, in diesem Jahr etwas Besonderes zu schaffen“, erklärte Bayerns DFB-Kicker Niklas Süle. (dpa)


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