Großbritannien gedenkt des Endes des Zweiten Weltkriegs im Pazifik

Vor 75 Jahren hat Japan kapituliert, der Zweite Weltkrieg war damit endgültig beendet. Diejenigen, die das Ende des Krieges miterlebt hätten, würden "niemals die fröhlichen Szenen und das überwältigende Gefühl der Erleichterung vergessen", so die britische Königin bei einer Gedenkveranstaltung.

Der britische Premierminister Boris Johnson legt einen Kranz nieder.
© ANTHONY DEVLIN

Burton upon Trent – Mit einem zweiminütigen Schweigen und Kranzniederlegungen haben der britische Thronfolger Prinz Charles (71), zahlreiche Veteranen und Militärangehörige am Samstag des Endes des Zweiten Weltkriegs im Pazifik gedacht. Der Krieg wurde vor 75 Jahren, am 15. August 1945, mit der Kapitulation Japans endgültig beendet.

Auch Premierminister Boris Johnson war bei der Zeremonie in der Gedenkstätte National Memorial Arboretum in Burton-on-Trent in der Grafschaft Staffordshire dabei. Der konservative Politiker rezitierte eine Strophe aus dem Gedicht "For the Fallen" (Für die Gefallenen) von Robert Laurence Binyon.

Die britische Königin Elizabeth II. (94) dankte in einer Mitteilung allen, "die so tapfer gekämpft haben für die Freiheiten, die wir heute in Ehren halten". Diejenigen, die das Ende des Krieges miterlebt hätten, würden "niemals die fröhlichen Szenen und das überwältigende Gefühl der Erleichterung vergessen", so die Queen.

📽️ Video | Gedenken auch in Japan

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In Tokio hatte zuvor Kaiser Naruhito bei einer zentralen Gedenkzeremonie für die 3,1 Millionen gefallenen Soldaten und zivilen Opfer auf japanischer Seite von "tiefer Reue" bezüglich des Zweiten Weltkriegs gesprochen. Er drückte zudem seine Hoffnung aus, dass sich Krieg nie wiederholen möge. Er ist der erste nach dem Krieg geborene Monarch des Landes.

Laut Medien pilgerten zuvor vier Mitglieder der Regierung des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Shinzo Abe in den umstrittenen Yasukuni-Schrein, wo der im Kampf für das Kaiserreich Gestorbenen gedacht wird - darunter auch 14 hingerichteten Kriegsverbrechern. Abe selbst sah von einem Besuch ab, sandte aber eine Opfergabe.

Die "Tür für Konsultation bleibt weit geöffnet"

Der Regierungschef selbst hatte den Schrein zuletzt im Dezember 2013 besucht und damit scharfe Kritik ausgelöst. Besuche japanischer Politiker und Opfergaben im Yasukuni-Schrein in Tokio lösten in der Vergangenheit immer wieder Spannungen mit China sowie Südkorea aus, gegen die Japans Aggressionen im Zweiten Weltkrieg gerichtet waren.

In seiner Rede sagte Abe: "Wir werden nie vergessen, dass der Frieden und Wohlstand, den wir heute genießen, auf den ultimativen Opfern der Kriegstoten beruht". Auf Japans Aggressionskrieg ging Abe wie bereits in den Vorjahren jedoch nicht ein.

Südkoreas Präsident Moon Jae In bot der einstigen Kolonialmacht Japan unterdessen neue Gespräche über die Entschädigung ehemaliger koreanischer Zwangsarbeiter an. Seine Regierung habe mit Japan beraten, um eine zügige Lösung des Problems zu erzielen, der die Opfer zustimmen könnten. Die "Tür für Konsultation bleibt weit geöffnet", sagte Moon am Samstag in Seoul. Dort wird das Ende des Krieges als Tag der Befreiung Koreas von japanischer Kolonialherrschaft (1910-45) gefeiert. Tokio sieht das Thema Entschädigung durch einen Vertrag von 1965 als abgeschlossen an.

Viele britische Kriegsgefangene starben

In Großbritannien dauerten die Gedenkveranstaltungen den ganzen Tag an. Eine Botschaft von Prinz William (38) sollte am Abend im Rahmen eines im Voraus aufgezeichneten Programms im BBC-Fernsehen ausgestrahlt werden. Die Kunstfliegerstaffel Red Arrows überflog am Vormittag das schottische Edinburgh, bevor sie dann über Belfast (Nordirland), Cardiff (Wales) und der britischen Hauptstadt London (England) zu sehen sein sollte.

Etwa 50.000 Briten und Bürger des Commonwealth starben während des Zweiten Weltkriegs in pazifischen Raum. Viele von ihnen kamen als Kriegsgefangene ums Leben, die unter menschenunwürdigen Bedingungen der japanischen Armee festgehalten wurden. Gekämpft wurde unter anderem im heutigen Myanmar und in Indonesien. (APA, dpa)


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